Winterthur

Klares Ja trotz einiger Ecken

Im Rat herrschte gestern Einigkeit: Es braucht die Veloquerung und die Personenunterführung Nord beim Hauptbahnhof. Er sagte dann auch einstimmig Ja zu den beiden Investitionsbeiträgen. Einzelne Punkte gaben trotzdem zu reden, etwa der enge Aufgang beim Bahnhofplatz.

Düster und eng ist die Unterführungen heute, breiter, belebter und behindertengerecht soll sie künftig werden.

Düster und eng ist die Unterführungen heute, breiter, belebter und behindertengerecht soll sie künftig werden. Bild: pd

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Es seien Bauprojekte, die alle Winterthurer betreffen, sagte Felix Helg (FDP), der die Vorlage im Rat präsentierte. Die Rede ist von der Veloquerung und der Personenunterführung Nord. Die heute 4,5 Meter breite, eher dunkle und ungastliche Fussgängerunterführung soll auf 17,5 Meter verbreitert werden. Fünf Lifte sollen für einfache Aufgänge zu den Perrons sorgen. Parallel dazu entsteht eine Veloquerung, die durch Ladenflächen von der Fussgängerpassage getrennt ist.

Beides sind Teilprojekte des Masterplans Stadtraum Bahnhof, für den das Volk im Mai 2009 einen Rahmenkredit von 84 Millionen Franken gesprochen hat. Entstehen soll die Querung zwischen 2017 und 2021. Nun musste der Gemeinderat zwei Investitionsbeiträgen zustimmen. Einerseits rund 31,3 Millionen Franken für die Veloquerung, andererseits rund 6,5 Millionen Franken für die Unterführung. Die Gesamtkosten für die Personenunterführung liegen eigentlich bei über 48 Millionen Franken. Die SBB bauen diese Unterführung, um die Pendlerströme bewältigen zu können, die aufgrund der Taktverdichtung auf den Fahrplanwechsel 2018 zu erwarten sind. Die Stadt zahlt einen Interessensbeitrag von insgesamt rund 6,7 Millionen Franken.

Ein höherer Investitionsbeitrag ist für die Veloquerung nötig, nämlich 32,3 Millionen Franken. Allerdings haben Kanton und Bund zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen. So rechnet die Stadt damit, dass die Veloquerung sie letztlich nichts kosten wird. Trotzdem musste der Gemeinderat auch über diesen Kredit abstimmen, weil die Beiträge erst in Aussicht gestellt sind. «Das Projekt wird jetzt dem Regierungsrat eingereicht. Erst mit seinem Beschluss haben wir eine feste Beitragszusicherung», erklärt Baudepartementssekretär Lukas Mischler.

Scharfe Ecken, enge Treppen

Auch wenn sich alle einig waren, dass es diese Passage braucht und sie für den Velo- und Fussverkehr eine grosse Verbesserung bringt, gab es auch einige kritische Voten in der Diskussion. Die Veloquerung führt von der Rudolfstrasse her durch eine Rampe in den Untergrund und biegt dann mit einem scharfen rechten Winkel in die Querung. Dieser rechte Winkel war Felix Helg ein Dorn im Auge: «Das ist problematisch», sagte er. Dem stimmte auch Reto Diener (Grüne) zu, doch er gab auch zu bedenken, dass es schlicht und ergreifend keine andere Möglichkeit gebe. Als weiteren Wermutstropfen nannte er den Aufgang am Bahnhofplatz: «Wegen bestehender Bauten ist eine breitere Treppe, die nötig wäre, nicht möglich.» Trotzdem appellierte er an die Ratskollegen, das Projekt wegen Kleinigkeiten nicht zu gefährden, schliesslich sei diese Unterführung ein Kernanliegen der Velofahrer und Fussgänger. Annetta Steiner (GLP) äusserte den Wunsch, dass die Stadt für die 6,5 Millionen eine gute Fussgängerunterführung erhält. «Ich hoffe, dass die Renditegelüste der SBB nicht höher gewichtet werden als die Bedürfnisse der Bevölkerung», sagte sie mit Blick auf die geplante Ladenpassage. Felix Landolt (SP) wies darauf hin, dass ein Aufgang Richtung Veltheim vom Velokeller her fehle. Dies sei ärgerlich und belaste die Rudolfstrasse. Vor allem aber warf er die Frage auf, was noch auf Winterthur zukomme, wenn die Mobilität weiter wachse. «Die Rudolfstrasse könnte in Zukunft durch weitere Ausbaupläne stark tangiert werden», warnte er.

Stadtrat Josef Lisibach bestätigte, dass es einige Knackpunkte gebe, die in der Enge des Platzes begründet seien. Aber es handle sich um ein gutes Projekt, das das Gesicht des Bahnhofes stark verändere. Trotz der geäusserten Vorbehalte stimmte der Rat beiden Krediten einstimmig zu.

Erstellt: 29.06.2015, 21:42 Uhr

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