Tössfeld

Rekurs gegen Lokwerk-Wohnungen

Die Aufstockung des Einkaufszentrums Lokwerk verzögert sich. Mehrere Anwohner haben Rekurse gegen den Bau der Wohnungen eingelegt.

Protest gegen die Aufstockung: Die Anwohner des Lokwerks machten bereits letzten April deutlich, was sie vom Projekt der Credit Suisse halten.

Protest gegen die Aufstockung: Die Anwohner des Lokwerks machten bereits letzten April deutlich, was sie vom Projekt der Credit Suisse halten. Bild: Marc Dahinden

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Auf dem Einkaufszentrum Lokwerk an der Zürcherstrasse will die Credit Suisse 60 neue Wohnungen bauen. Ziel war es, noch dieses Jahr mit dem Bau zu beginnen. 2020 sollten die 1½- bis 4½-Zimmer-Wohnungen bezugsbereit sein. Doch der Bau verzögert sich. Grund dafür sind vier Rekurse, die beim Baurekursgericht des Kantons Zürich gegen das Vorhaben eingegangen sind. Eingereicht haben diese die 14 Stockwerkeigentümer der Liegenschaft an der Agnesstrasse 6, eine Anwohnerin der Jägerstrasse, die Livurban AG, der bis vor kurzem 17 Häuser an der Jägerstrasse gehörten, und die Pensionskasse Coop, die Besitzerin der drei grossen Wohnblöcke hinter dem Lokwerk.

Die Rekurse behandeln vor allem drei grosse Themen: Verfahrensmängel, die fehlende Rücksichtnahme auf die geschützten Häuser an der Jägerstrasse und die Arealüberbauungswürdigkeit. Bei letzterem Punkt geht es darum, dass das bestehende Einkaufszentrum als Arealüberbauung bewilligt wurde. Das heisst, beim Zeitpunkt der Bewilligung wird die Gebäudeform quasi eingefroren. Weitere Änderungen können nur dann bewilligt werden, wenn sie eine besonders gute Gestaltung ausweisen können. Dies wird nun angezweifelt.

17 Häuser verkauft

Das Baurekursgericht bestätigt den Eingang der Rekurse. Ein Augenschein sei bereits im November vorgenommen worden. In einigen Wochen werde das Urteil erfolgen. Danach haben alle Parteien 40 Tage Zeit, den Entscheid anzufechten. «Wir werden diesen sicher ernsthaft überprüfen», kündigt Alois Keel, der Anwalt der Stockwerkeigentümer an der Agnesstrasse, an. Die Chancen, dass der Entscheid weitergezogen wird, stehen also hoch.

«Es geht hier offensichtlich nur  ums Geld.»Carole Lécurier,
Anwohnerin Jägerstrasse

Die Winterthurer Immobilienfirma Livurban hat bereits reagiert. Sie hat die Häuser an der Jägerstrasse 61–91 an die Swiss-Life-Gruppe verkauft. Es sei ein guter Zeitpunkt für den Verkauf gewesen, sagt Verwaltungspräsidentin Catherine Rudolf, «der Ärger mit der Überbauung am Lokwerk wird nicht weniger». Die neue Eigentümerin habe angekündigt, ebenfalls auf den Rekurs einzutreten.

In einem dieser Häuser wohnt Carole Lécurier, die ebenfalls Rekurs eingelegt hat. «Es geht mir ums Prinzip», sagt sie. Es sei schade zu sehen, was mit dem Quartier geschehe. «Es geht hier offensichtlich nur ums Geld.» Sorgen machen sich die Anwohner vor allem wegen des Schattenwurfs und des Verkehrsaufkommens, das im Quartier jetzt schon enorm sei. Einige ihrer Nachbarn seien bereits ausgezogen, ein Haus stehe zurzeit leer. Auch sie werde wohl irgendwann weiterziehen müssen, sagt Lécurier.

Erstellt: 11.04.2018, 08:23 Uhr

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