Winterthur

Zweiter Frühling für die «Afro-Pfingsten»

Nächsten Juni wird wieder «Afro Pfingsten» gefeiert. Daniel Bühler von «Eine Welt» hat aus der Konkursmasse die Namensrechte erworben. Wie die alte Marke neu verwendet wird, ist allerdings noch offen.

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Freude herrscht, vorerst. Die "Afro-Pfingsten" bleiben in Winterthur, zumindest der Name. Bild: mad

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Getrommelt, getanzt und gebummelt wird in der Altstadt auch an nächste Pfingsten – und diesmal wohl wieder unter dem alten Namen «Afro-Pfingsten». Daniel Bühler, der Präsident des Nachfolgeevents «Eine Welt», hat sich vor einer Woche beim Konkursamt die Namensrechte dafür gesichert, und dazu sämtliche Internet-Domains («Landbote» von gestern). Nun haben er und der Vereinsvorstand darüber informiert, wie es weitergehen soll – und zwar fast unverändert.

Neu dauert der Markt wieder drei Tage, und wahrscheinlich wird es wieder Konzerte in der Alten Kaserne geben, ja vielleicht sogar in der Reithalle oder der Halle 53. Dort waren in den vergangenen Jahren bereits Reggae- und World Music-Grössen wie Alpha Blondy, Morcheeba, der Buena Vista Social Club und diverse Marleys aufgetreten. Letztes Jahr fand lediglich ein Gottesdienst statt.

Anklofpen beim Deza

Doch für Bühler ist klar: Ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand fehlt das Geld für Konzerte mit den «grossen Namen». Die Konzertreihe «Legends on Stage» hatten zuletzt ein riesiges Loch in die Kasse von Afro-Pfingsten gerissen. «Eine Welt» hat bei Stadt, Kanton und Bund nun bereits angeklopft. Unter anderem aus dem «SüdKulturFonds» des eidgenössischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) erhofft sich Bühler (siehe Redner Bild unten) Zuschüsse. «Denn wir sind und bleiben ein Festival für und von verschiedenen Kulturen.» Im Januar soll sich entscheiden, in welchem Rahmen Konzerte stattfinden. Sicher aber werde es wieder gemeinsame Projekte mit Clubs wie dem Salzhaus, dem Gaswerk und der Esse-Bar geben.

«Zu starke Marke»

Wie die Organisatoren von «Eine Welt» ihr Festival genau taufen wollen, ist noch offen. «Der Name ‹Afro-Pfingsten› wird aber auf jeden Fall darin vorkommen», sagt Bühler. Man hätte jahrelang massiv investieren müssen, um die Marke «Eine Welt» auch nur annähernd so bekannt zu machen. «Sogar ich habe manchmal die Namen noch vertauscht», gibt Bühler zu.

Dass von Anfang geplant gewesen sei, die «Afro-Pfingsten» erst vom Platz zu verdrängen, um sie später zu übernehmen und neu aufzubauen, wie hinter vorgehaltener Hand schon kolportiert wurde, stellt Bühler in Abrede. Der einstige CEO der inzwischen liquidierten Marketing Manfaktur AG, der vormaligen Trägerfirma der Afro-Pfingsten hatte Bühler auch schon als «Totengräber» desselbigen bezeichnet. Dieser wiederum sagt, mit dem Konkurs der DMMAG vom letzten März, deren Tochterfirma bis zuletzt über die Namensrechte verfügt hatte, habe er ohnehin nicht rechnen können. «Und sowieso: wir hätten auch nicht jeden Preis für die Marke ‹Afro-Pfingsten› bezahlt.» Dessen Höhe nennt er nicht, spricht aber von einem fairen Angebot. Zu den ehemaligen Organisatoren von Afro-Pfingsten bestehe kein Kontakt mehr.

Blick nach vorne gerichtet

Bühler und der Vorstand von «Eine Welt», besetzt mit ein paar neuen Köpfen, wollen nun definitiv nach vorne schauen. Sinnbildlich dafür ist auch der neue Geschäftssitz an der Gärtnerstrasse, in Nachbarschaft zu den «Osttor-Miet- und Eventhallen.» Denn auch unter dem Label «Eine Welt» plant Bühler in Zukunft verschiedene Events. Angedacht seien Vortragsreihen zu Themen wie Globalisierung oder Nachhaltigkeit. Die Zeichen für die «Afro-Pfingsten 2017» scheinen gut zu stehen. Rund die Hälfte der Marktstände sind offenbar bereits vermietet. ()

Erstellt: 06.12.2016, 17:48 Uhr

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