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Auch das Albanifest ist abgesagt

Das grösste Stadtfest findet in diesem Jahr nicht statt. Die Organisatoren wollen kein Risiko eingehen.

Das Riesenrad dreht erst 2021 wieder. In diesem Jahr findet das Albanifest nicht statt.
Das Riesenrad dreht erst 2021 wieder. In diesem Jahr findet das Albanifest nicht statt.

Nun trifft es auch das Albanifest: Die Stadtchilbi wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen. Zum einen aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung, zum anderen, weil sich die Vorbereitungen unter den aktuellen Einschränkungen schlicht zu schwierig gestalten, hiess es in der Mitteilung von gestern. Das Fest hätte zwar erst am letzten Juni-Wochenende stattgefunden. Doch es sei zu erwarten, dass Grossveranstaltungen noch länger verboten bleiben würden als bis Mitte April.

Die Organisation wäre in den nächsten Wochen so richtig angelaufen. Anfang April hätten sich das Festkomitee mit den Vereinen getroffen, und in den nächsten Tagen wären erste Bestellungen oder Rechnungen verschickt worden. «Die Vereine und Zulieferer müssen langsam wissen, woran sie sind. Wir wollten nicht mehr länger warten», erklärt OK-Chef Daniel Frei. Das finanzielle Risiko wäre letztlich für alle zu gross gewesen. Er denke, dass die meisten Vereine und Standbetreiber mit einer Absage gerechnet hätten.

Stadt entlastet...

Wie man mit Partnern und Dienstleistern verfahre, kläre man in den nächsten Tagen und Wochen ab. Mit der Stadt hat das Komitee seit 2018 eine Leistungsvereinbarung. Die Kosten für Reinigung und Gebühren sind bei 125'000 Franken gedeckelt und damit 80 Prozent der Kosten erlassen. Damit «spart» die Stadt heuer knapp eine halbe Million Franken.

...dafür Einbussen für die Vereine

Die 160 Marktfahrer, die 90 Schausteller und Buden, die vielen Restaurants und die 80 Vereine gehen leer aus. Gerade die Vereine bessern am Albanifest jeweils ihr Budget auf. Gemäss einer Umfrage zu den Umsätzen bei den Standbetreibern von 2015 geben die rund 100’000 Festbesucher jeweils rund 5,5 Millionen Franken aus. 800'000 Franken an Gewinn soll dies in Vereinskassen gespült haben. Getränke, Esswaren, Material und Dienstleistungen wurden offenbar im Umfang von 750'000 Franken bestellt, davon 90 Prozent in der Stadt oder Region.

Regionale Einkaufsliste

«Die Getränke bestellen wir bei Haldengut, das Brot beim Beck Meier aus Wiesendangen und die über 100 Kilogramm an Spareribs, Fleischkäse und Würsten beim Metzger Lotti», sagt Carlo Pilato, der Albani-Chef der Winterthur Warriors. Mit ihren fast 100 Sitzplätzen ist die Footballer-Beiz eine der bekannten Festhütten – und offenbar auch der «grösste Sponsor» des Vereins. Der Gewinn liege jeweils «tiefen fünfstelligen Bereich.» Nachdem wegen der Corona-Krise auch die Football-Saison ins Wasser fällt, wiegt der Ausfall doppelt schwer, so dass man die Reserven «massiv anzapfen» müsse.

Hart trifft die Absage auch für die lokale Sektion des Vereins Pro Ticino, die in ihrem «Grotto al buon vino» jeweils Risotto auftischt. «Wir finanzieren unsere gesamten Vereinsktivitäten damit: Die Konzerte, die Castagnata oder unser Weihnachtsfest», sagt Sandra Monai, die Präsidentin des Vereinschors. Jetzt müsse man nach Alternativen suchen. Die Heimweh-Tessiner mit rund 200 Mitgliedern singen in ihrem Chor Tessiner Volkslieder. Am Albanifests servieren sie in Trachten und rot-blauen Halstüchern.

Das 49. Albanifest soll nun vom 25. bis 27. Juni 2021 stattfinden, praktisch eins zu eins gemäss aktuellem Konzept. Welche neuen Chilbibahn-Highlights die Besucher diesen Sommer verpassen, verraten die Organisatoren deshalb nicht.

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