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«Bald wechseln wir definitiv komplett in die Grünzone»

Agi Petrova sagt, welche Kunden sie künftig in ihrem neuen Cannabidiol-Shop erwartet, warum sie selber nur einmal pro Monat kifft und was es braucht, um die rechtliche Grauzonedefinitiv zu verlassen.

Erlebt das Kiffen durch das THC-arme CBD-Gras eine zweite Blüte? Auch in Winterthur eröffnet bald der erste reine CBD-Laden.
Erlebt das Kiffen durch das THC-arme CBD-Gras eine zweite Blüte? Auch in Winterthur eröffnet bald der erste reine CBD-Laden.
flickr/trontnort

Nach Zürich und St. Gallen eröffnen Sie mit der Green Passion-Filiale Winterthur Mitte April den dritten ­Cannabidiol-Shop (CBD) innert weniger Monate. Sie müssen an einen regelrechten Cannabis-Boom durch THC-armes Gras glauben?Agi Petrova:CBD-Cannabis hat als Produkt bereits eingeschlagen und ja, wir glauben, dass der Trend sich fortsetzt. Über 200 000 Schweizerinnen und Schweizer rauchten vor der Teillegalisierung schon stärkeres Cannabis mit einem THC-Anteil von über einem Prozent. Die Leute sind aufgeschlossen, liberal eingestellt und merken, dass Prohibition hier nicht zielführend ist. Das dringt langsam auch bei den Behörden durch.

Cannabidiol wird von der Cannabis-Community schon fast als medizinisches Wundermittel angepriesen, auch bei Ihnen? Wir dürfen keine Beratung geben und verweisen auf die Fachliteratur, die für sich spricht. Viele unserer Kunden sagen, dass sie unsere CBD-Produkte zu medizinischen Zwecken verwenden, gegen Arthritis zu Beispiel, auch viele Krebspatienten kommen. Sie kaufen eher CBD-Tinkturen, -Konzentrate oder -Pulver. Damit machen wir ein Viertel unseres Umsatzes. Ab 15 Uhr folgt dann eher das jüngere Publikum . . .

. . . und kauft die Blüten im Offenverkauf. «Orange Bud» oder «Scorpion Skunk». Zum Beispiel. Wir haben Hanf aus Indoor-, Treibhaus- und Outdoor­-Anbau.

Mit diesem Offenverkauf bewegen Sie sich allerdings in einer rechtlichen Grauzone. Warum? Sie sprechen die Verpackung mit den Warnhinweisen an, wie sie das Bundesamt für Gesundheit für alle Tabakersatzprodukte verlangt. Es gab Verzögerungen, aber wir sind dran. Die Verpackungen sollten demnächst geliefert werden, sicher aber bis Mitte April, wenn wir in Winterthur unsere Filiale eröffnen. Wir versuchen, uns an sämtliche Vorgaben zu halten. Unser Gras ist laborgeprüft, wir zahlen Mehrwert- und Tabaksteuern und orientieren uns an den neusten offiziellen Merkblättern, die laufend herauskommen.

Und die Umsätze bislang?Die schwanken noch etwas.

Was ist eigentlich Ihr beruflicher Hintergrund?Ich bin gelernte Krankenschwester und habe viele Schmerzpatienten gepflegt. Gegenüber synthetischen Medikamenten bin ich sehr kritisch eingestellt. Eigentlich wollte ich eine eigene Spitex gründen, sich selbstständig zu machen, das liegt bei uns in der Familie. Bei Green Passion funktionieren wir aber als Team, jeder hat seine Aufgabe. Ich zum Beispiel kümmere mich um den Betrieb in den Läden.

Rauchen Sie selber regelmässig CBD-Joints?Der Marihuana-Experte ist eher mein Freund. Vor allem früher hat er viel geraucht, heute aber vor allem noch CBD-Gras. Der tiefe THC-Gehalt macht weniger vergesslich. (lacht) Ich rauche nur, wenn ich Menstruationsprobleme habe, dann bin ich extrem aggressiv, ja unausstehlich. Ein CBD-Joint holt mich herunter und lindert die Schmerzen.

Warum geht die Green-Passion-Expansion gerade in Winterthur weiter?Winterthur ist eine coole Zentrumsstadt. Hier bin ich aufgewachsen, hier lebe ich. Mit dem Standort im Neuwiesenquartier gegenüber der Peter-und-Paul-Kirche sind wir glücklich. Am liebsten wären wir aber an die Marktgasse gezogen, mitten ins Herz der Stadt. Aber die Suche war etwas harzig. Die Skepsis gegenüber Cannabis ist halt doch noch nicht ganz verflogen.

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