Winterthur

Bitcoins aus dem Bancomat

Im Kesselhaus beim Hauptbahnhof steht zwischen Kino und Elektronikmarkt ein neuartiger Geldkasten.

In weniger als einer Minute kann man mit diesem Gerät Kryptowährungen wie Bitcoins kaufen. Und zwar anonym. Oder man kann sich sein Guthaben bar auszahlen lassen. Pro Transaktion spuckt der Automat der Baarer Firma Värdex bis zu 2500 Franken aus.

In weniger als einer Minute kann man mit diesem Gerät Kryptowährungen wie Bitcoins kaufen. Und zwar anonym. Oder man kann sich sein Guthaben bar auszahlen lassen. Pro Transaktion spuckt der Automat der Baarer Firma Värdex bis zu 2500 Franken aus. Bild: Michael Graf

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Im Kesselhaus beim Hauptbahnhof steht neben dem grossen Media-Markt-Schild neuerdings ein unauffälliger schwarzer Automat. «Kaufen Sie Kryptowährungen», steht auf dem Bildschirm. Es ist ein Geldautomat der besonderen Art: Hier kann man Bitcoins und andere digitale Währungen kaufen oder zu Bargeld machen.

Anonyme Ein- und Auszahlungen

Dahinter steckt die Firma Värdex aus Baar, im Zuger «Crypto Valley». Sie hat bereits an 27 Standorten in der ganzen Schweiz solche Automaten installiert, dies ist der erste in Winterthur. Der Kauf funktioniert simpel und dauert weniger als eine Minute. Die Maschine schluckt Franken- oder Euronoten und spuckt einen Beleg aus, auf dem zwei lange Zahlen aufgedruckt sind. Sie funktionieren wie Passwörter zum digitalen Konto («Wallet» genannt). Angaben zur Person müssen beim Kauf nicht gemacht werden - Kryptowährungen funktionieren ähnlich wie ein Nummernkonto. Man kann aber seinen Fingerabdruck hinterlegen, um einfacher Zugriff auf sein Wallet zu bekommen.

Maximal 5000 Franken pro Tag

Das Abheben funktioniert ähnlich unkompliziert. Maximal 5000 Franken pro Tag und Konto spuckt der «Krypto-Bancomat» aus. Es ist die wohl einfachste und schnellste Version, seine Bitcoins oder sein Ether-Guthaben flüssig zu machen. Die klassischen Banken mischen bisher kaum im Krypto-Geschäft mit, auch Värdex gehört nicht zu einer Bank. Über Onlinehandelsbörsen kann es Tage dauern, bis das Geld auf dem Konto ist.

Optimismus trotz Kurssturz

Als Zahlungsmittel sind die Kryptowährungen mittlerweile bei manchen Unternehmen akzeptiert; mit Ether kann man zum Beispiel auf der Gamer-Plattform Steam zahlen oder beim Blog-Anbieter Wordpress. Populär waren die Währungen aber bisher vor allem als Spekulationsobjekt. Der Bitcoin-Kurs lag im Dezember 2017 bei über 19000 Franken, dann stürzte er ab und liegt heute bei unter 4000 Franken. Raphael Scalise, CEO von Värdex, die zusammen mit dem Mutterhaus Bitcoin Suisse AG 75 Mitarbeiter beschäftigt, glaubt trotzdem, dass die Nachfrage da ist. «Wir dürfen nicht vergessen, dass trotz allem die meisten Währungen seit 2009 jedes Jahr massiv an Wert gewonnen haben.»

Zur Kundschaft sagt Scalise: «Wir haben Kunden, die sich das erste Mal mit der Materie auseinandersetzen und spezifische Fragen über unsere Hotline beantwortet bekommen, aber auch solche, die schon richtige Krypto-Experten sind.»

Erstellt: 15.02.2019, 10:55 Uhr

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