Winterthur

Die letzten 2000 O-Bikes sind weg, sehr weit weg

Die gelb-silbernen Leihvelos, die sich in Töss stapelten, wurden nun bis in den Irak verfrachtet.

Neue Velos stapelten sich in Töss.

Neue Velos stapelten sich in Töss. Bild: archiv

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Sie sind der Grund, warum die Stadt das Free-Floating beim Verleih von Elektro-Trottinetten heute mit einem Merkblatt regelt: die O-Bikes. Das Chaos mit herumliegenden Zweirädern auf und neben der Strasse soll sich nicht wiederholen. Wenig geordnet war vor einem Jahr auch der Konkurs des Bike-Sharing-Unternehmens aus Singapur verlaufen. Die zig tausend Billig-Velos, mit denen der europäische Markt geflutet worden war, rosteten zuletzt in Lagerhallen von Privaten vor sich hin, an die Zwischenhändler sie verhökert hatten.

Fanden lange keinen Käufer: die O-Bikes im Lager am Tössemer Stadtrand.

In Winterthur stapelten sich knapp 2000 Stück am Stadtrand in Töss, auf dem Vorplatz einer Auto-Carrosserie. Dessen Besitzer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hatte sie am Schluss dem schweizweiten O-Bike-Logistiker abgekauft – und war ein Jahr darauf sitzen geblieben. Angebote waren zwar eingegangen, auch aus dem Ausland, aber meist waren sie schlecht oder unseriös. Gegen 70 Franken pro Velo versprach er sich einst. Ein Interessent wollte sie ihm gar gratis abnehmen.

Hauptsache ins Ausland

Preise sind bekanntlich verhandelbar. In einem Punkt blieb der Verkäufer hart: Die 2000 Velos sollten ausser Landes geschafft werden, damit nichts auf ihn zurückfällt, sollten sie wieder Probleme bereiten. Vor etwa einem Monat, erhielt er endlich ein gutes Angebot, von einer Speditionsfirma aus dem Toggenburg, der Azad Trans. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. «Aber ich bin zufrieden. Die haben das sauber abgewickelt», meint der Verkäufer. Vertraglich habe er sich abgesichert, dass die Velos nach dem Verlad in sechs Lastwagen sofort exportiert werden.

Azad Trans hatte offenbar Abnehmer in drei Ländern: dem Libanon, dem Irak und dem Kosovo. Ein Teil der Ware wurde in Schaffhausen auf neue Lastwagen verladen, ein Teil nach Amsterdam geschafft und später verschifft. «Was mit den Velos in den drei Ländern passiert, weiss ich nicht», sagt der Logistiker aus Bazenheid.

Ihm, und auch Verkäufer Z., ist es egal, obwohl es für ihn wohl ein Verlustgeschäft war: «Wie viel Geld ich verloren habe, weiss ich nicht genau. Hauptsache, die Velos sind weg und ich habe wieder etwas Platz und Ordnung.» Unter das Thema O-Bike und Winterthur wurde nun endgültig einen Schlusspunkt gesetzt. Nach silbern-gelb, dominieren neu schwarz, rot und bald grün die Winterthurer Strassen, der E-Trottinett-Anbieter Flash/Circ, Voi, Bird und Tier.

Erstellt: 11.06.2019, 18:21 Uhr

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