Winterthur

«Die Mörsburg zu schliessen, wäre für Winterthur ein grosser Verlust»

Die Präsidentin des Historischen Vereins, Marlis Betschart, bricht eine Lanze für das Museum auf der Mörsburg. Auch wenn im Moment ein anderes Museum im Fokus des Vereins steht.

Der Historische Verein würde die Dauerausstellung gerne aktualisieren: Blick in einen der Ausstellungräume der Mörsburg.

Der Historische Verein würde die Dauerausstellung gerne aktualisieren: Blick in einen der Ausstellungräume der Mörsburg. Bild: Marc Dahinden

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Was bedeutet der Rückzug ­ der Stadt für die Zukunft des ­Museums in der Burg, das Ihr Historischer Verein betreut?
Marlis Betschart: Das ist offen. Wir wurden bisher erst informiert, dass die Stadt die Stellen der Schlosswarte streicht. Dar­über hinaus haben wir keine Informationen. Ein Gespräch zwischen dem Historischen Verein und der Stadt fand nicht statt.

Kann der Historische Verein das Museum nicht selbst ­betreiben?
Wir waren tatsächlich etwas über­rascht, dass der Stadtrat sich zuerst an den Wirt der Schlosshalde gewandt hat. Eigentlich sähen wir uns als logischen ersten Ansprechpartner, denn der Historische Verein betreut die Ausstellung seit über 100 Jahren. Weil die Gespräche noch ausstehen, gibt es auch noch keinen Vorstandsbeschluss. Ich persönlich glaube, es würden sich Vereinsmitglieder finden, die monatlich oder alle zwei Wochen, zum Beispiel sonntags, das Museum offen halten und beaufsichtigen. Auch Gruppenführungen sind denkbar.

Braucht es überhaupt einen Mu­seumsbetrieb auf der Mörs­burg? Schlösser anschauen kann man ja auch auf der Kyburg.
Die Winterthurer Schlösser, auch Hegi und Wülflingen, haben lokal eine grosse Ausstrahlung und sind überkommunale Schutzobjekte. Man kennt sie, sie waren für die Geschichte der Stadt prägend. Sie ganz zu schliessen, wäre ein grosser Verlust. Vielmehr wäre es eine Aufgabe, sie noch mehr «zum Sprechen» zu bringen. Damit meine ich, die Geschichte der Bewohner zu erzählen und nicht nur Gegenstände auszustellen, die zu einem guten Teil nicht direkt mit dem Schloss zu tun haben.

Gelingt das denn in der ­aktuellen Ausstellung?
Bedingt. Die Dauerausstellung ist wissenschaftlich und didaktisch nicht auf dem neuesten Stand. Eigentlich würden wir sie gerne aktualisieren, aber das ist eine Ressourcenfrage. Als historischer Verein mit begrenzten Mitteln sind wir im Spagat zwischen modernem, professionellem Museum und einfachem Ortsmuseum.

Konkrete Pläne für eine ­Aufwertung der Mörsburg-Ausstellung gab es nicht?
Nein. Momentan fokussiert sich der Verein auf das geplante «Museum Schaffen», für dessen Projektierung der Regierungsrat in diesen Tagen 480 000 Franken aus dem Lotteriefonds bewilligt hat. Es soll ein interaktives Museum werden, dessen roter Faden die Geschichte der Arbeit ist. Die Mörsburg spielte in diesem Konzept keine zentrale Rolle.

Sie hätte in Zukunft also eher den Charakter eines Orts­museums mit stark begrenzten Öffnungszeiten?
Das ist zurzeit wohl das realistischste Szenario.

Erstellt: 16.07.2015, 21:47 Uhr

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