Winterthur

«Die Winti Mäss wird nicht sterben»

Nach der Muba in Basel hört nun auch die Züspa in Zürich auf. Was heisst das für Winti Mäss-Organisator Andreas Künzli?

Andreas Künzli (Maurer + Salzmann AG) an der Eröffnung der letztjährigen Winti Mäss.

Andreas Künzli (Maurer + Salzmann AG) an der Eröffnung der letztjährigen Winti Mäss. Bild: Marc Dahinden

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In der Schweiz geht das Messesterben um. Nach der Muba streicht der Messebetreiber MCH Group nun auch die Züspa. Erwischt es auch die Winti Mäss?
Andreas Künzli: Nein, da habe ich keine Angst. Die Züspa und Muba waren national ausgerichtet, wir sind regional verankert. Das erweist sich jetzt als unsere Stärke. Wir sind für die lokalen Leute und die lokalen Unternehmen da. Die Winti Mäss hat einen Treffpunkt-Charakter in Winterthur. Eine grosse Stadt wie Zürich hat es schwieriger.

Weil dort mehr los ist?
Ja, die Konkurrenz ist gross. Und die Organisatoren haben zweifellos auch Fehler gemacht.

«Eine Messe dient eben nicht nur zum Verkauf, sondern auch zur Image-Pflege.»Andreas Künzli

Zum Beispiel?
Früher war die Züspa bodenständiger, hatte auch Bauern und Tiere. Die ländlich ausgerichtete Olma in St. Gallen ist immer noch äusserst erfolgreich.

Die Züspa-Macher sagen, traditionelle Messen hätten an Attraktivität verloren. Besucherzahlen und Verkäufe seien seit Jahren rückläufig. Wie sieht es bei Ihnen aus?
Auch bei uns gehen die direkten Verkäufe tendenziell etwas zurück. Das kann nicht erstaunen im Zeitalter von Online-Angeboten. Aber eine Messe dient eben nicht nur zum Verkauf, sondern auch zur Image-Pflege: Man zeigt sich den Kunden. Viele Firmen auch rekrutieren Personal oder führen Kundenanlässe durch. Wir sind jedenfalls ausgebucht.

Und die Besucher?
2017 war kein Rekordjahr, aber vor 10 Jahren hatten wir mehr Mühe. Es ist wichtig, auch Besucher ohne konkrete Kaufabsichten anzuziehen. Wenn sie sich wohlfühlen, tätigen sie vielleicht einen Spontankauf.

Gibt es die Messe in 10 Jahren noch? Das Online-Shopping wird nicht zurückgehen.
Als Veranstalter sage ich selbstverständlich: Ja, es gibt sie noch. Es wird Veränderungen geben und es ist wichtig, darauf zu reagieren. Aber andererseits sollte man auch das Traditionelle und Rustikale pflegen. Auch das gehört dazu. Wenn man zu modern sein will, begibt man sich in ein Feld mit sehr viel Konkurrenz.

Ohne Wunderstein-Verkäufer und Weinstube ist es keine Winti Mäss?
Genau. Ich glaube, wir haben eine gute Mischung. Und wir hören von Kunden und Händlern, dass sie sich auf die Messe freuen. Das ist das Wichtigste. Wenn man keine Freude mehr ausstrahlt, muss man aufhören.

Erstellt: 20.11.2018, 11:45 Uhr

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