Winterthur

Einbrüche in Winterthur gehen massiv zurück

Die Zahl der Einbrüche hat sich in Winterthur innert fünf Jahren halbiert. Der Trend hält auch in diesem Jahr an. Der starke Rückgang sei aber nicht allein der Präventionsarbeit der Stadtpolizei zu verdanken, sagt Kriminologe Martin Killias.

Die verstärkte polizeiliche Präsenz in den Winterthurer Quartieren während der Dämmerungszeit schreckt Einbrecher ab.

Die verstärkte polizeiliche Präsenz in den Winterthurer Quartieren während der Dämmerungszeit schreckt Einbrecher ab. Bild: Keystone

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Im vergangenen Jahr registrierte die Stadtpolizei Winterthur über 500 Einbruch- und Einschleichdiebstähle. Das klingt nach viel, ist aber im Vergleich zu den Vorjahren wenig. 2011 wurden in der Stadt noch praktisch doppelt so viele Wohnungseinbrüche verübt wie 2016. Das ist um so erstaunlicher, als die Stadt in den letzten fünf Jahren um über 9000 Einwohner gewachsen ist. Auch im laufenden Jahr sei die Zahl der Einbruch- und Einschleichdiebstähle weiter rückläufig, sagt Michael Wirz, Kommunikationschef der Stadtpolizei Winterthur.

Polizei markiert mehr Präsenz

Ähnliche Entwicklungen bei den Einbruchzahlen stellt man nicht nur in Winterthur, sondern auch in der Stadt Zürich und in vielen weiteren Städten und Gemeinden in der Schweiz fest. Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz, sieht mehrere Faktoren, die zum Rückgang bei den Einbrüchen geführt haben: «Zu ihnen gehören die Anstrengungen der Polizeikorps, die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren.» Wichtig seien insbesondere Präventionskampagnen, die sichtbare Polizeipräsenz und repressive Massnahmen. Bereits vor einigen Monaten hatte Blättler zudem darauf hingewiesen, dass die Zahl der organisiert reisenden Tätergruppen aus Südost- und Osteuropa in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist.

«Das Einbruchsgeschäft ist heute schlicht nicht mehr rentabel.»Martin Killias, Kriminologe

Stapo-Sprecher Michael Wirz ist überzeugt, «dass insbesondere die verstärkte polizeiliche Präsenz in den Winterthurer Quartieren während der Dämmerungszeit mit dazu beiträgt, Täter abzuschrecken». Direkte Kontakte mit der Bevölkerung stärkten zudem deren Sinn für Eigenverantwortung und Sicherheitsschutz. Laut Wirz sind die Bürgerinnen und Bürger dadurch aufmerksamer und melden «verdächtige Wahrnehmungen rascher der Polizei».

Der Zürcher Kriminologe Martin Killias will zwar die Erfolge der lokalen polizeilichen Präventionsarbeit nicht schmälern, er verweist aber noch auf andere plausible Gründe, warum die Zahl der Einbrüche zurückgeht. «Das Einbruchsgeschäft ist heute schlicht nicht mehr rentabel.» Viele elektronische Geräte, die früher auf dem Schwarzmarkt viel Geld einbrachten, seien heute kaum noch etwas wert. Auch der relativ tiefe Goldpreis habe viele Einbrecher vergrault.

Was bringt Precobs?

In der Stadt Zürich setzt man bei der Jagd nach Einbrechern seit einigen Jahren scheinbar erfolgreich auf das Vorhersageprogramm Precobs. In Winterthur verzichtete man bisher auf dieses Hilfsmittel. Wohl nicht ganz zu Unrecht, wie sich jetzt zeigt. (Landbote)

Erstellt: 13.11.2017, 16:10 Uhr

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