Winterthur

Energydrinks vom Pausenplatz verbannt

Eine Privatschule verbietet seit diesem Schuljahr Energydrinks, weil sie Schüler unkonzentriert machten. Nicht alle Schulen sehen Handlungsbedarf.

Energydrinks sind im Lernstudio seit diesem Sommer verboten, allerdings handhaben dies Winterthurer Schulen unterschiedlich.

Energydrinks sind im Lernstudio seit diesem Sommer verboten, allerdings handhaben dies Winterthurer Schulen unterschiedlich. Bild: Marc Dahinden

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Energydrinks erfreuen sich seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. Wer in die morgendliche S-Bahn steigt, dem sind die Aluminiumbüchsen – samt unverkennbarem Geruch – längst bekannt. Nicht selten sind die Muntermacher auch auf Schulhöfen anzutreffen, wo sich Schüler noch schnell den Schlaf aus den Hirnzellen spülen wollen. Die Privatschule Lernstudio an der Wülflingerstrasse hat den Koffeinbomben nun einen Riegel vorgeschoben. «Wir sehen, wie zittrig, kribbelig und unkonzentriert der Konsum von Energydrinks die Schüler macht, und wollen etwas dagegen unternehmen», sagt Sofije Lutiq, Schulleiterin vom Lernstudio, das Mittel- und Oberstufe beherbergt. Seit diesem Sommer sind Energydrinks in der Schule und auf dem Schulhof verboten. Wer dennoch erwischt wird, muss das Süssgetränk wegschütten. Beim zweiten Regelbruch erhalten die Schüler einen Eintrag und die Eltern werden informiert. Jedoch wolle man nicht nur verbieten und bestrafen, sagt Lutiq. Mit einem am Mittwoch durchgeführten Smoothie-Workshop wollte man den Schülern gesunde Alternativen zu Energydrinks schmackhaft machen. Mit TV-Koch Erik Haemmerli mixten die Schüler mit vielerlei Obst und Gemüse ihre eigenen Säfte.

Energydrink ersetzt Frühstück

Die Energydrink-Problematik ist auch in anderen Winterthurer Schulen seit längerem bekannt. Ueli Kienast, Schulleiter der Sekundarschule Lindberg in Oberwinterthur, sagt: «Die Schüler essen kein Frühstück und kompensieren das mit einer Büchse Red Bull auf dem Weg in die Schule. In der ersten Stunde geht das noch gut, aber in der zweiten nimmt die Leistungskurve massiv ab.» Ausserdem sei es auch sinnlos, wenn sich die Schule um Zahnprophylaxe der Schüler kümmere, diese aber in den Pausen lauter süsse Getränke konsumieren würden.

Seit fünf Jahren sei im Schulreglement festgehalten, dass der Konsum von Energydrinks auf dem Schulareal verboten ist. Wer mehr als einmal erwischt wird, muss die Hausordnung abschreiben. Dass das Verbot den Konsum vermindert oder eine präventive Wirkung hat, glaubt Kienast nicht. «Die Schüler trinken ihre Drinks einfach vor und nach der Schule.» Allerdings unterscheiden sich die Regeln an vielen Schulen. Vor allem das Alter der Schüler spielt eine Rolle. An Primarschulen sind Energydrinks kaum ein Thema. Sowohl in der Schule Rebwiesen in Töss als auch in der Tagesschule Mattenbach gibt es kein Verbot für Energydrinks. Es sei schlicht nicht nötig, sagen die Schulleiter. Unterschiede auf gleicher Stufe

Anfälliger scheinen Jugendliche. Aber auch auf Sekundarstufe gibt es Unterschiede: Anders als im Lernstudio oder der Schule Lindberg gebe es in der Freien Schule Winterthur keinen übermässigen Konsum, sagt Schulleiter Roger Frei. Ähnlich tönt es auch bei Christian Sommer, Rektor der Kantonsschule Rychenberg: «Natürlich sieht man auch bei uns Schüler mit Energydrinks, aber dass sich diese im Unterricht auffällig verhalten, ist nicht der Fall.» Für die Mensa habe man allerdings beim Lieferanten bis auf eine Ausnahme die Energydrinks abbestellt. Denn fördern wolle man den Konsum nämlich nicht.

Erstellt: 04.09.2015, 18:48 Uhr

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