Winterthur

«Ja, wir müssen die Preisstruktur definitiv überdenken»

Daniel Frei, der OK-Chef des Albanifestes im Interview zur neuen Leistungsvereinbarung mit der Stadt, dem Thema Sicherheit und finanzieller Transparenz im eigenen Verein.

Künftig soll ein neues Konzept die Sicherheit am Albanifest garantieren.

Künftig soll ein neues Konzept die Sicherheit am Albanifest garantieren. Bild: hd

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Herr Frei, sind Sie zufrieden mit der neuen Leistungsverein­barung mit der Stadt bis 2022?
Daniel Frei: Ja, absolut. Sie gibt uns Planungssicherheit für die nächsten Jahre. Früher flatterten nach jedem Fest jeweils 18 Rechnungen aus verschiedenen Departementen und Abteilungen bei uns rein. Neu bezahlen wir eine Rechnung über 125 000 Franken und wissen genau, was wir dafür bekommen.

Die 100 000 Franken, die für die Benutzung des öffentlichen Grundes anfielen, erlässt Ihnen die Stadt zum Beispiel ganz.
Ja, wie bisher, und dafür sind wir sehr dankbar.

Beim ersten Treffen sollen Sie aber Maximalforderungen gestellt haben. Ist Ihnen eine halbe Million Franken nicht genug?
Sagen wir es so: In anderen Städten werden dem Festkomitee die Gebühren bei vergleichbaren Stadtfesten ganz erlassen. Aber wie gesagt, wir sind sehr glücklich mit der heutigen Lösung . . .

. . . die ja auch an Bedingungen geknüpft ist. Zum Beispiel sind Sie angehalten, das Sicherheitskonzept endlich zu modernisieren.
Tatsächlich sollten wir hier professioneller werden und ein neues Konzept erarbeiten. Seit den Vorfällen von Duisburg (2010 kamen dort bei der Love Parade bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben, Anm. d. R.) sind Veranstalter von Grossanlässen beim Thema Crowd-Management enorm sensibilisiert. Zusammen mit dem Sicherheitsverantwortlichen des Züri-Fäscht wollen wir hier ein Sicherheitskonzept erstellen, das auch in der Winterthurer Altstadt greift. Es wird wohl auch auf eine Professionalisierung des Sicherheitspersonals herauslaufen. Heute sind ja neben der Stadtpolizei auch Securitys und normale Helfer im Einsatz.

Professionalisierung kostet. Die Stadt erwartet aber, dass Sie künftig Gewinn machen, damit Sie erst stille Reserven bilden und später sogar Gewinn an die Stadt ausschütten.
Ja, wir müssen schauen, dass wir irgendwie die Balance halten können und Mehreinnahmen generieren. Einerseits wird das übers Sponsoring geschehen müssen, anderseits über die Standmieten. Hier macht die Stadt uns ja die Vorgabe, Vereine zu bevorzugen, die ganzjährig tätig sind und so einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Aber das machen wir schon heute. Generell gilt es aber, die Preisstruktur der Teilnahmegebühren zu überdenken.

Aber sind fette Gewinne an einem Volksfest überhaupt möglich, ohne dieses vollkommen zu kommerzialisieren?
Schwer zu sagen. Wir haben beim Albanifest meist eine schwarze Null schreiben können. Bis auf die letzten beiden Jahre, wo wir einen kumulierten Verlust von rund 10 000 Franken verbuchen mussten.

Bei einem Budget von 1,3 Millionen Franken . . .
Trotzdem. Wir müssen unsere Rechnungen ja alle bezahlen.

Wie viel zahlt sich das OK eigentlich selber aus?
(lacht) Die Spesen sind gedeckt, mehr nicht. Wir leisten das alles ehrenamtlich.

Der Stadt wurde finanzielle Intransparenz vorgeworfen. Wie ist das bei Ihrem Verein?
Rechnung und Budget werden an der Generalversammlung ordentlich verabschiedet, wie bei jedem Verein. Der Stadtrat hat danach den Jahresbericht bekommen und so Einblick in die Finanzen gehabt. ()

Erstellt: 18.07.2017, 19:54 Uhr

Daniel Frei, OK-Fest des Albanifest.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!