Winterthur

Künzle widerspricht Günthard-Maier

Die Krise im Kader der Stadtpolizei sei Sache der Polizeivorsteherin, sagt der Stadtpräsident. Der Gesamtstadtrat sei nicht verantwortlich dafür, dass erst jetzt gehandelt werde.

Die Hälfte aller Stadtpolizei-Chefs ist krankgeschrieben. Für Stadtpräsident Michael Künzle ist nicht der Gesamtstadtrat dafür verantwortlich, dass erst jetzt gehandelt werde.

Die Hälfte aller Stadtpolizei-Chefs ist krankgeschrieben. Für Stadtpräsident Michael Künzle ist nicht der Gesamtstadtrat dafür verantwortlich, dass erst jetzt gehandelt werde. Bild: Archiv

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Polizeivorsteherin Barbara Günt­hard-Maier (FDP) räumte letzte Woche ein, dass die Hälfte des Winterthurer Stadtpolizei-Kaders krankgeschrieben ist und es mehrere Abgänge gibt. Gestern äusserte sich erstmals auch Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) zur Krise und widersprach einer Kernaussage von Günthard-Maier.

Die Polizeivorsteherin hatte erklärt, entgegen ihren Warnungen habe der Gesamtstadtrat vor einem Jahr «andere Prioritäten» gehabt, als die Reorganisation der veralteten Polizeistrukturen anzugehen. Günthard-Maier hat das Projekt mit dem Namen Roadmap 20 deshalb nun verzögert gestartet

Künzle hält dagegen: «Eine solche Reorganisation in einem Bereich und die Kommunikation dazu ist Aufgabe der Departementsvorsteherin und nicht des Gesamtstadtrats.» Eine Mitverantwortung lehnt er kategorisch ab: «Was ich klar sagen kann: Der Gesamtstadtrat hat nie etwas zur Roadmap 20 entschieden und musste dies auch nicht tun, er wurde aber von Barbara Günthard-Maier über das Projekt informiert.»

Druck ist überall gross

Laut Künzle hat Günthard-Maier immer wieder im Rahmen von Stadtratssitzungen «über knappe Ressourcen bei der Stadtpolizei und über tiefe Zufriedenheitswerte bei Mitarbeiterbefragungen» informiert. Die jetzigen Kaderausfälle und -abgänge habe der Gesamtstadtrat aber nicht vorhersehen können: «In allen Departementen war der Druck in den letzten Jahren gross», sagt Künzle mit Verweis auf die Sanierungsprogramme.

Künzle sieht deshalb auch nachträglich keinen Fehler darin, dass man Günthard-Maier imJuli zusätzlich die Leitung von Stadtwerk interimistisch übertragen hat. «Es hat gut geklappt und ist letztendlich auch eine Sache der Organisation», sagt Künzle. Falls die Belastung für Günthard-Maier zu hoch werde, sei aber auch eine andere Lösung möglich. (Landbote)

Erstellt: 31.01.2017, 08:18 Uhr

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