Region

Landgemeinden wehren sich gegen den neuen KESB-Vertrag

Mit dem neuen KESB-Vertrag sollten die Gemeinden in der Region einen grösseren Teil der Kosten übernehmen und dafür mehr Mitsprache erhalten. Einige scheinen sich auf den Deal einzulassen, andere lehnen ihn ab. Begeistert ist niemand.

Die Stadt zahlt pro Einwohner mehr an die Kesb als die Landgemeinden. Dies will sie nun ändern.

Die Stadt zahlt pro Einwohner mehr an die Kesb als die Landgemeinden. Dies will sie nun ändern. Bild: Michele Limina

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stadt Winterthur spart auf dem Buckel der Landbewohner. So empfanden es die Landgemeinden, als Winterthur den Anschlussvertrag an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Winterthur-Andelfingen kündigte. Im Frühling handelten Vertreter von Stadt und Gemeinden einen neuen Vertragsentwurf aus. Winterthur setzte einen Kostenverteilschlüssel durch, bei dem in Zukunft nach Einwohnerzahl statt wie bisher nach einem fixen Prozentschlüssel abgerechnet wird. Dadurch würde die Stadt über 300 000 Franken pro Jahr einsparen – zulasten der Landgemeinden. Diese erhielten im Gegenzug mehr Mitsprache durch die Bildung einer paritätischen Kommission, die der Stadtrat bei Änderungen am Stellenplan, am Standort oder an der Organisation anhören müsste.Inzwischen ist die Vernehmlassung zum Vertragsentwurf in allen Gemeinden abgeschlossen. Viele sind mit dem Verhandlungsergebnis unzufrieden. «Diejenigen Gemeinden, die dem Vertragsentwurf nicht zustimmen, bemängeln mehrheitlich den Verteilschlüssel und verlangen Nachverhandlungen», sagt Peter Matzinger (SVP) vom Gemeindepräsidentenverband des Bezirks Winterthur. Die Stadt äussert sich zur Zeit nicht zu der Frage, ob sie sich auf allfällige Nachverhandlungen einlassen würde.

Zähneknirschend zugestimmt

Der Vertrag ist jedoch nicht nur auf Ablehnung gestossen. «Ein grosser Teil der Andelfinger Gemeinden haben ihm zugestimmt. Bei ihnen betragen die jährlichen Mehrkosten auch nur zwei Franken pro Einwohner. Bei uns sind es 4.50 Franken», sagt Matzinger. Auch im Bezirk Winterthur stimmten viele Gemeinden zu, jedoch nicht ohne Vorbehalte: «Wir haben den Vertragsentwurf zähneknirschend befürwortet», sagt Bea Pfeifer (SVP), Gemeindepräsidentin von Rickenbach. Der neue Verteilschlüssel bedeute zwar zusätzliche Ausgaben, die Einrichtung der paritätischen Kommission sei jedoch positiv. Bea Pfeifer hat als Vorstandsmitglied des Gemeindepräsidentenverbands Winterthur einen Überblick über das Resultat der Vernehmlassung. «Es hatten mehr Gemeinden Vorbehalte gegen den Vertragsentwurf, als ich dachte», sagt sie. (Landbote)

Erstellt: 11.08.2016, 17:10 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Gebärdensprache Lernen mit den Händen zu sprechen

Hier kocht Kochen ist wie ein Spiel ohne Grenzen

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!