Winterthur

Jetzt geht’s los mit den Umbauten am Bahnhof

Mit einem Sammelsurium von Neu- und Umbauten soll die Kapazität des viertgrössten Schweizer ­Bahnhofs erhöht werden. Es ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Bild: Archiv, Marc Dahinden

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«Leistungssteigerung Bahnhof Winterthur» – so nennt man bei den SBB das Projekt, bei dem am HB 110 Millionen Franken verbaut werden. Mittlerweile liegt die Bau­bewilligung vor. Während der Planauflage sei zwar eine Einsprache eingegangen, teilt das Bundesamt für Verkehr mit, man habe diese aber «einvernehmlich bereinigen» können.

In den nächsten drei Jahren wird der HB, um den herum schon jetzt gebaut wird, vollends zur Grossbaustelle. Perrons werden verbreitert, Dächer verlängert, Gleise verschoben, Weichen erneuert. Im südlichen Einfahrtsbereich (Züge von/nach Zürich) ist ein zusätzlicher Gleisabschnitt vorgesehen (kein neues Gleis im Bahnhof). In einer zweiten Etappe wird die Personenunterführung beim Raiffeisen-Gebäude verbreitert und durch eine Velo­unterführung sowie eine unter­irdische Ladenpassage ergänzt (Bewilligung noch ausstehend).

Die ersten Arbeiten beginnen bereits Ende dieses Monats – fertig sein soll alles im Dezember 2018. Die laufenden Arbeiten an der Bahnbrücke im Süden, beim Kesselhaus, sollen ­im Juli 2016 abgeschlossen werden.

«Gleissperrungen und Umwege»

Die Bauarbeiten erfolgen «unter Betrieb», also ohne systematische Zugsausfälle, wie etwa aktuell in Oerlikon. Es sei mit vorüber­gehenden Gleissperrungen und zusätzlichen Fusswegen zu rechnen, sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer. Man werde Passagiere und Anwohner umfassend über die einzelnen Projekte und die damit verbundenen Einschränkungen und den Lärm informieren.

Bezahlt werden die Projekte mit Geldern aus den beiden Programmen «Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur» (ZEB, Bund) und «Vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn» (Kanton Zürich mit Beiträgen des Bundes). Insgesamt bezahlt die Eidgenossenschaft voraussichtlich 92, der Kanton 18 Millionen Franken. Die neue Personen- und Velounterführung kostet weitere 85 Millionen. An diesen Ausgaben muss sich auch Winterthur beteiligen, jedoch soll der Beitrag von rund sechs Millionen laut früheren Angaben dem bestehenden Masterplankredit entnommen werden.

Es gibt kein «Winterthur 21»

Der Ausbau des Bahnhofs soll es ermöglichen, die wachsenden Pendlerströme auch in Zukunft zu bewältigen. Zusätzliche Gleise und Perrons, etwa unterirdisch wie beim umstrittenen Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, wird es aber nicht geben. «Wir versuchen, mit möglichst wenig Geld einen möglichst grossen Nutzen zu erzielen», sagt Meyer. Anstatt über mehr Gleise erfolge der Kapazitätsausbau deshalb über längere Züge und höhere Taktfrequenzen.

Aktuell geht man von 95 000 Ein- und Ausstiegen werktags am Hauptbahnhof aus. Gemäss einer Prognose soll diese Zahl mittelfristig auf 135 000 steigen. Nach dem Fahrplanwechsel 2018 werden mehrere S-Bahn-Linien im Viertelstundentakt verkehren, hinzu kommen zusätzliche Verbindungen zwischen Zürich und St. Gallen. Um dieses verbesserte Fahrplanangebot zu ermöglichen, braucht es die nun beginnenden Umbauten. (Landbote)

Erstellt: 05.08.2015, 21:35 Uhr

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