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Eine Ampel, damit die Dättnauer nicht mehr im Stau stecken

Der Umbau der Kreuzung im Dättnau wird fast 2 Millionen Franken kosten. Dafür sollen Bus und Autos ab 2021 weniger im Stau stehen – und vielleicht löst sich sogar das Elterntaxi-Problem.

Michael Graf
Tägliches Ärgernis: Linksabbieger aus dem Dättnau stauen sich an der Einbiegung in die Steigstrasse.
Tägliches Ärgernis: Linksabbieger aus dem Dättnau stauen sich an der Einbiegung in die Steigstrasse.
Marc Dahinden

Über 3500 Bewohner zählt das Dättnau, doch in den Hauptverkehrszeiten ist das Aussenquartier aber fast von Stadt abgeschnitten. Weil im dichten Verkehr der Steigstrasse kaum Lücken bleiben, können die Dättnauer nicht links abbiegen. Auch der Bus hat regelmässig Verspätung. «Ich fahre aus diesem Grund kaum noch mit dem Auto in die Stadt», sagt Maria Wegelin vom Quartierverein Dättnau-Steig.

Auch die Stadt und der Kanton stufen die Situation an der Kreuzung Steigstrasse/Dättnaustrasse schon lange als unbefriedigend ein. Im Rahmen der regionalen Verkehrssteuerung stuften sie die Kreuzung 2016 als Hotspot ein. Hier soll eine «Priorisierungsanlage» entstehen.

Das klingt nach Dosierung und Tropfenzähler, aber Gert Delle Karth, Projektleiter beim Tiefbauamt, winkt ab: «Das einzige Ziel ist, dass der Bus vom Dättnau her kommend Priorität hat und so weniger Zeit verliert.» Die Chauffeure können sich bei der Ampel anmelden können und so ihre Rotphase verkürzen. Davon profitieren letztlich auch die Autofahrer vor ihnen. Der Autoverkehr von der Steig kommend soll dagegen nicht aktiv dosiert werden.

Schulweg wird sicherer

Beim Quartierverein kommt die Lichtsignalanlage gut an. «Ich habe mir die Pläne angesehen und finde, das löst gleich mehrere Probleme», sagt Maria Wegelin. Eines davon ist der Schulweg der Kinder aus dem Steig-Quartier. Auf dem Weg ins Schulhaus Laubegg müssen sie erst die Steigstrasse, dann die Dättnauerstrasse queren. Besonders der zweite Fussgängerstreifen ist gefährlich, sagt Wegelin, weil die Rechtsabbieger von Winterthur her die Fussgänger erst im letzten Moment sehen.

Für die Lichtsignalanlage sind künftig drei Grünphasen vorgesehen: Eine für die Steigstrasse, eine für die Dättnauerstrasse und eine für die Fussgänger. Sie queren, wenn aller Verkehr ruht. «Ich hoffe, damit bekommen wir auch die Elterntaxi-Situation in den Griff», sagt Wegelin. Insbesondere Eltern aus der Steig hätten teilweise Angst, ihre Kinder alleine auf den Schulweg zu schicken.

«Das löst gleich mehrere Probleme aufs Mal.»

Maria Wegelin, Verkehrs-Verantwortliche im Quartierverein Dättnau-Steig

Auch für die Zweiräder sind Verbesserungen geplant. Auf den drei Hauptästen der Kreuzung sind sogenannte Velosäcke, also vorgelagerte Wartezonen für Velofahrer geplant. Damit sie an den stehenden Autos vorbeipassen, wird die Kreuzung an zwei Stellen verbreitert, wozu ein Landerwerb nötig ist.

Das heikelste Manöver ist das Einfädeln in die Velospur stadteinwärts. Sie befindet sich westlich der Steigstrasse, also links der Strasse. Um das Queren zu erleichtern, wird ein breiter Mehrzweckstreifen markiert. Auch links abbiegende Autos können ihn nutzen. Unsicheren Velofahrern vom Dättnau her wird empfohlen, beim Fussgängerstreifen abzusteigen und ihr Gefährt schiebend über die Dättnauerstrasse zu schieben.

Zwei Millionen Franken

Rund zwei Millionen Franken sind fürs gesamte Projekt budgetiert. Die Lichtsignalanlage selbst kostet etwa eine halbe Million, der Rest fällt für Bauarbeiten und Landerwerb an. «Allerdings ist der Belag in diesem Bereich ohnehin sanierungsbedürftig», sagt Delle Karth. Und weil die Steigstrasse von überkommunaler Bedeutung ist, übernimmt der Kanton einen Grossteil der Baukosten.

Bevor die Kreuzung zur Grossbaustelle wird, dauert es allerdings noch mehr als ein Jahr. Das Projekt liegt bis 7. Oktober beim Baupolizeiamt öffentlich auf. Im Sommer 2020 soll es endgültig verabschiedet werden und 2021 sollen dann die Bagger auffahren.

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