Wirtschaft

Nicht überall kommt der Samichlaus

Der Chlaussack ist das vorweihnächtliche Traditionsgeschenk von Firmen an ihre Mitarbeiter. In der Stadt liessen sich aber viele Betriebe anderes einfallen.

«Einstelliger Frankenbereich»: Chlaussäcke sind günstige Mitarbeitergeschenke. Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am 6. Dezember wird geschmaust. Was für daheim gilt, erwartet der Angestellte auch im Büro. Wenn der Samichlaus schon nicht persönlich vorbeikommt – was man ihm angesichts der vielen zu beliefernden Unternehmen ja nachsehen kann –, sollte doch wenigstens jemand vom Sekretariat Nüsse, Früchte und Schoggi verteilen.

Wie eine kleine Umfrage bei den wichtigsten Winterthurer Arbeitgebern zeigt, besteht diese Tradition jedoch keineswegs in allen Betrieben. Mancherorts lässt man den Samichlaustag einfach aus, teilweise mit Bedacht.

Grosszügiger Volg

Einen klassischen Chlaussack gibts beim Detaillisten Volg, der in Winterthur den Hauptsitz hat. Wie Sprecherin Tamara Scheibli sagt, bezieht man insgesamt 2300 Säcke, die in der Einrichtung Hardundgut in Embrach von Menschen mit psychischen Störungen hergestellt werden. Volg lässt sich nicht lumpen: Der gefüllte Jutesack wiegt 1,7 Kilogramm und enthält vorwiegend Schokolade, Guetsli und Schleckwaren. Wert: rund 40 Franken.

Die klassische Alternative zum Chlaussack, den Grittibänz, lässt etwa der Kompressorenbauer Burckhardt Compression verteilen; bezogen wird er backfrisch vor Ort bei der Bäckerei Spatz an der Frauenfelderstrasse.

Im Hochhaus beim Industrie-Traditionsbetrieb Sulzer verzichtet man auf Chlaussäcke. «Dafür stellen wir auf jeder Etage Körbe für die Angestellten auf», sagt Sprecher Rainer Weihofen. Der Inhalt: Schokolade und Guetsli, Lebkuchen und Nüsse; auch Sulzer bezieht die Waren von einer sozialen Einrichtung, namentlich der Brühlgut-­Stiftung.

Mitarbeiterkinder einge­laden

Dieses Jahr lädt man bei Sulzer zudem die Kinder der Mitarbeiter ein und lässt einen Samichlaus Geschenke an die Kleinen verteilen. Auch beim Autozulieferer Autoneum im Schlosstal bei Töss erhalten die Angestellten, nebst einem Grittibänz, Weihnachtsgebäck und Schokolade an einem Buffet, wie die Firmensprecherin mitteilt.

Synergien nutzt man an der Fachhochschule ZHAW: Die vier offerierten Guetsli, verpackt in einen Cellophanbeutel, beschafft man beim internen Catering­betrieb SV Schweiz. In den einzelnen Organisationseinheiten und Departementen könne es zusätzliche Geschenke geben, heisst es.

Lieber Kino statt Nüssli

Einen anderen Ansatz verfolgt man am KSW. Das Kantonsspital verteilt am 6. Dezember keine Geschenke, jedoch erhalten die Mitar­beiter jeweils ein kleines Weih­nachts­geschenk, wie mitgeteilt wird. Im letzten Jahr seien es beispielsweise zwei Gutscheine für einen Eintritt ins Kino ge­wesen.

Keine Chlausgeschenke gibt es bei der Stadt­verwaltung im Su­perblock. Jedenfalls fänden keine zentral or­ganisierten Aktionen statt, sagt ein Sprecher, ohne allfällige Spar­aufträge zu erwähnen.

Axa setzt auf Erlebnisse

Die Versicherung Axa, der grösste private Arbeit­geber der Stadt, gibt an, die Mitarbeiter einzelner Ressorts würden «Aufmerksamkeiten» erhalten. Insgesamt setze man in der Vorweihnachtszeit aber mehr auf Anlässe als auf ­Geschenke. Zum traditionellen Weihnachtsapéro sind alle Mitarbeiter in Winterthur sowie ­deren Familien eingeladen.

Bei der anderen Winterthurer Versicherung, der Swica, gibt man sich wortkarg, um nicht im Voraus allfällige Überraschungen zu verraten. Die Geschenke würden variieren und sie würden auch nicht jedes Jahr gemacht, heisst es nur.

Für eine Handvoll Franken

Ihre Millionensaläre müssen die Börsenunternehmen offenlegen, nicht so den Wert der Chlaus­geschenke. Dazu sagt man oft wenig, sei es aufgrund der Gepflogenheit, den Preis von Geschenken nicht zu verraten, oder im Bewusstsein, sich mit dem tiefen Gegenwert nicht profilieren zu können, Volg ausgenommen.

Die ZHAW-Guetsli haben einen Wert «im einstelligen Frankenbereich», so wird mitgeteilt, und die Grittibänze von Spatz kosten 4 Franken, jedenfalls wenn man wie Burckhardt 860 Stück bestellt. Autoneum de­klariert den Wert seiner Samichlaus-Leckereien mit 6 Franken pro Mitarbeiter. (gu)

Erstellt: 03.12.2018, 22:13 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.