Winterthur

Polizei rückte aus, weil ein Anrainer Teile des Schützenweiher zubetonierte

Um einen Teil des Schützenweihers frei von Seerosen zu halten, liess der ansässige Wirt einen Teil des freigelegten Bodens zubetonieren. Das rief innert kurzer Zeit die Behörden auf den Plan.

Mit Beton gegen den Seerosenteppich im Schützenweiher? Effektiv, aber kaum nicht zulässig. Die Behörden klären bereits ab, wie stark das Wasser verschmutzt ist.

Mit Beton gegen den Seerosenteppich im Schützenweiher? Effektiv, aber kaum nicht zulässig. Die Behörden klären bereits ab, wie stark das Wasser verschmutzt ist. Bild: Marc Dahinden

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Die Absicht war gut: René Hagenbucher, der Wirt des Restaurants Schützenweiher, wollte die wild wuchernden Seerosen etwas ­ausdünnen, die im Sommer den Weiher grossflächig zudecken. Die Ausführung: eine kleinere Katastrophe. Hagenbucher hat den zwischenzeitlich trockengelegten Uferbereich mit Beton abgedeckt, damit später nichts mehr wächst. Ein Teil des sogenannten Pumpbetons floss dabei ins Wasser, was ein Mitarbeiter von Stadtgrün Winterthur beobachtet hatte, der die Behörden informierte.

Kaum hatten der Wirt und ein Arbeiter am Montagvormittag fertig betoniert, standen auch schon die Stadtpolizei und der Pikettdienst vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) vor der Tür und Fachleute nahmen erste Wasserproben. Hagenbucher wurde später noch auf der Hauptwache verhört. Am Telefon kommentierte er den Vorfall tags ­darauf zerknirscht: «Ich wollte den Teich verschönern, und jetzt bin ich der Böölimaa.»

Der Pegel ist im Schützenweiher derzeit so tief, weil Stadtgrün Wasser abgepumpt hat, um das Schilf zu schneiden. Den Seerosenteppich lasse man aber fast ungehindert wuchern, sagt Hagenbucher. Der Blätterteppich sei zeitweise so breit und dicht, dass man vom Wasser nicht mehr viel sehe. Grösstenteils ist der Schützenweiher im Besitz der Stadt. Acht Prozent aber gehören dem Grundstückbesitzer und Wirt, Uferbereich inbegriffen. Dort und auf dem Weiherboden wollte Hagenbucher nun mit Beton Tatsachen schaffen.

Angedacht war offenbar, daumendicke Betonplatten auf dem Grund auszulegen, die man mit dem Kran mühsam hätte umherhieven müssen. Der Arbeiter, den er engagiert hatte, habe ihm dann zum einfacheren Ansatz geraten, den Beton direkt vom Lastwagen in den Weiher zu pumpen. «Für mich klang das vernünftig. Jetzt weiss ich es besser», sagt der 79-Jährige. Er sei davon ausgegangen, dass er auf seinem Grundstück tun und lassen dürfe, was er wolle. Der Schützenweiher liegt in der Gewässerzone, um­geben von einer rund zehn Meter breiten sogenannten Gewässerabstandslinie.

Wasser ist zu alkalisch

Welche Bewilligungen Hagenbucher hätte einholen müssen, welche Auflagen er tatsächlich verletzt hat und ob ein Strafverfahren eingeleitet werden muss, klärt die Umweltpolizei derzeit ab.

Auch welche PH-Werte am Montag gemessen wurden, ist nicht bekannt. Das Amt auf bestätigt lediglich, dass der Grenzwert von 9 überschritten wurde. Dann, so schreibt es das eidgenössische Gewässerschutzgesetz vor, darf das Wasser nicht einmal mehr ins Abwasser abgeleitet werden. Kommt frischer Beton mit Wasser in Berührung, wird dieses stark alkalisch, im Volksmund basisch. «Zu alkalisches Wasser reizt die Atemwege von Fischen und anderen Wasserlebewesen stark», erklärt Stefan Dunst vom Awel. Man müsse sich das in etwa so vorstellen, wie wenn Seife in eine offene Wunde gerät.

(Der Landbote)

Erstellt: 07.11.2017, 20:07 Uhr

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