Winterthur

Mindestens 100 Schadenfälle wegen Platzregen

Das lokale Hagelgewitter, das vor einer Woche niederging, verursachte nirgends im Kanton mehr Schäden als in Winterthur.

Auch auf der Marktgasse klatschten vor einer Woche dicke Regentropfen auf das Pflaster.

Auch auf der Marktgasse klatschten vor einer Woche dicke Regentropfen auf das Pflaster. Bild: Johanna Bossart

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Kurz und heftig war es, das Lokalgewitter, das sich am Dienstagnachmittag vor einer Woche über der Stadt Winterthur entlud. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Teams über dreissig Mal aus, 58 Mann waren im Einsatz. «Das Gewitter ging zum Glück so schnell wieder, wie es gekommen war», sagt Karvin Ahuja, Leiter der Feuerwehr.

Sobald das Entwässerungssystem die Wassermengen wieder habe fassen können, sei der Spuk schon wieder vorbei gewesen. Dennoch gab es Schäden und dies – obwohl es in weiten Teilen des Kantons herunterschüttet hatte – nirgendwo mehr als in Winterthur und Region, wie es bei der Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) auf Anfrage heisst.

Vor allem Wasserschäden

Rund 70 Schadenmeldungen gingen bisher bei der GVZ ein. Nur 10 davon wegen Hagelschäden, obwohl teilweise auch Hagelkörner von bis zu vier Zentimeter Durchmesser auf Auto- und Häuserdächer prasselten. Auch die Feuerwehr hielten vor allem die plötzlich auftretenden Wassermassen auf Trab. Es galt Keller und Tiefgaragen auspumpen, Abflüsse zu entstopfen, schwerpunktmässig in den Quartieren Altstadt, Breite und Mattenbach. In zwei Bächen mussten die Einsatzkräfte die Rechen vom Geschiebe befreien und beim Bahnhof Töss eine geflutete Unterführung rasch wieder passierbar machen, auch weil die Leute verbotenerweise über die Geleise aufs Perron gelangt waren.

Der Versicherung Axa-Winterthur wurden bislang 30 Schäden gemeldet, ebenfalls vor allem verursacht durch das Wasser. «Im Vergleich zum Rest der Schweiz wurden unsere Winterthurer Kunden aber eher verschont», sagt Axa-Sprecherin Anna Ehrensberger. Gesamtschweizerisch verzeichnet der Versicherer Axa-Winterthur bislang Unwetter-Schäden in der Höhe von fünf und sechs Millionen Franken.

Meiste Schäden lokal

Wie hoch das Schadenmass in Winterthur und Region insgesamt ist, können beide Versicherer noch nicht abschätzen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Fälle gemeldet würden und die Schadensumme weiter steige.

Hinsichtlich der bevorstehenden Sommergewitter-Saison hat die GVZ ein neues Web-Portal mit Tipps zum Gebäudeschutz aufgeschaltet. Damit Hausbesitzer vom nächsten Starkregen nicht überrascht werden, empfiehlt die GVZ einen Blick auf die kantonale Risikokarte zu werfen, sämtliche Schwachstellen am und im Gebäude identifizieren und Abläufe wie Dachrinnen und Ableitungsrohre freizumachen, drinnen wie draussen. Denn morgen Donnerstag und anfangs nächster Woche soll es wieder durchregenen. Bei Hagel gilt als erstes Gebot: «Storen hoch!»

Schlechte Aussichten

Die lokalen und regionalen Wetterprognosen für die kommenden Tage sind ernüchternd. Laut Meteo Schweiz ist es heute Mittwoch wechselhaft und gegen den Abend gewittrig. Morgen Donnerstag löst Johanna das Tief Ines ab und sorgt ab Mittag für «intensiven Dauerregen» mit möglicherweise bis zu vier Litern pro Quadratmeter und Stunde. Auch am Wochenende bleibt es nass und gewittrig, wenn auch mit deutlich weniger starken Regengüssen.

Erste Anzeichen eines Lichtblicks sind das aber nicht. Pünktlich zum Wochenstart heisst es wieder «Schotten dicht!». Bei Meteo Schweiz geht man davon aus, dass es am Montag und Dienstag in der Region wieder Bindfäden regnet. (landbote.ch)

Erstellt: 14.06.2016, 11:26 Uhr

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