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Sozialkosten steigen weiter - aber weniger schnell

Die Kosten für die individuellen Sozialleistungen nahmen in der Stadt Winterthur auch letztes Jahr zu. Allerdings nicht mehr so stark wie zuvor. Fast jedes zehnte Kind erhält Unterstützung.

Hat keine einfache Aufgabe: Stadtrat Nicolas Galladé muss jedes Jahr das Kostenwachstum der sozialen Sicherung erklären.
Hat keine einfache Aufgabe: Stadtrat Nicolas Galladé muss jedes Jahr das Kostenwachstum der sozialen Sicherung erklären.

Auch 2014 sind die Sozialkosten der Stadt gestiegen: 7,6 Millionen Franken mehr gab Winterthur letztes Jahr für bedarfsabhängige Sozialleistungen aus, gesamthaft 111,11 Millionen Franken. Das Wachstum ist allerdings geringer als im Jahr zuvor: Von 2013 auf 2014 stiegen die Kosten noch um 11 Millionen Franken.

Vor allem Zuschüsse für Seniorinnen

Seit Jahren steigen die Sozialkosten in Winterthur kontinuierlich an. Bereits vor zwei Jahren wurde die 100-Millionen-Marke überschritten. Jetzt liegen die Kosten der bedarfsabhängige Sozialleistungen bereits 11 Millionen darüber, wie die Stadt heute mitteilte.

Sogenannte bedarfsabhängige Sozialleistungen werden ausgerichtet, wenn die eigenen Mittel nicht zur Existenzsicherung reichen und umfassen Zusatzleistungen zur AHV und IV, Sozialhilfe, Alimentenbevorschussung und Kleinkinderbetreuungsbeiträge.

51,1 Millionen gab die Stadt im vergangenen Jahr für die Sozialhilfe aus, das sind rund 4 Millionen mehr als 2013. Für Zusatzleistungen, mehrheitlich Zuschüsse für Seniorinnen, richtete die Stadt unter dem Strich 49,86 Millionen Franken aus. Dieser Betrag wäre noch höher, würden sich Bund und Kanton nicht beteiligen.

Zwei Studien in Auftrag gegeben

Gestiegen ist auch die Zahl der Betroffenen. Die Sozialhilfequote liegt mit 5,3 Prozent wieder auf dem Niveau des Jahres 2005. 8600 Haushalte mussten mindestens einmal von der Stadt unterstützt werden. Anders gesagt: Jeder zwanzigste Winterthurer erhielt Geld von der Sozialhilfe. Bei den Kindern und Jugendlichen sind es noch mehr: Jedes zehnte Kind wurde letztes Jahr unterstützt.

Nun will die Stadt handeln. Im Moment klärt eine externe Studie weitere Einflussmöglichkeiten zur Steuerung der Winterthurer Sozialkosten ab. Ergebnisse erwartet die Stadt nächstes Jahr. Gleichzeitig führt die ZHAW ein wissenschaftliches Experiment durch. Dieses soll zeigen, ob mit einer intensiveren Beratung der Sozialhilfebezüger in den ersten Monaten des Bezugs eine «höhere Ablösequote» erreicht werden kann.

SDA/anb

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