Verkehr

Stadthausstrasse schon bald autofrei

Die Pläne für eine verkehrsberuhigte Stadthausstrasse mit Tempo 30 sind praktisch fertig. Baustadträtin Christa Meier (SP) verriet, ab wann man dort bereits «flanieren» kann.

Die Pläne dafür sind fast fertig. Ab nächstem Spätsommer soll auf der Stadthausstrasse gelten: Autofrei und Tempo 30 für Busse.

Die Pläne dafür sind fast fertig. Ab nächstem Spätsommer soll auf der Stadthausstrasse gelten: Autofrei und Tempo 30 für Busse. Bild: M. Dahinden

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Schon nächsten Spätsommer soll die Stadthausstrasse autofrei sein, und es gilt Tempo 30. Nach dem Albanifest 2020 starten die Arbeiten. Das hat Baustadträtin Christa Meier an der Sitzung im Gemeinderat angekündigt. Die Pläne für den ersten Schritt, die Strasse für den Durchgangsverkehr zu sperren, seien so gut wie fertig: Zwischen Bankstrasse und dem Knoten Museum-/Lindstrasse gilt Tempo 30, die Signalisation wird entsprechend angepasst. Trottoirs werden streckenweise zulasten der Strasse verbreitert. Und Pflanzentöpfe am Strassenrand sollen ankündigen, was in den nächsten sechs bis sieben Jahren folgen soll: die Stadthausstrasse von der Schneise zur Quasi-Flaniermeile aufzuwerten, sodass Altstadt und Museumsquartier langsam zusammenwachsen.

Auftrag verbindlich

Dass die Stadthausstrasse autofrei wird, hat eine Mitte-links-Mehrheit im Parlament bereits vor einem Jahr über mehrere Vorstösse vorgespurt. Der Stadtrat zog unter Baustadträtin Christa Meier (SP) mit und legte nun, wie erwähnt, bereits vor. Am Montag hatte das Parlament lediglich noch die stadträtlichen Lösungsvorschläge und deren Stossrichtung zu würdigen – und über ein formelles Detail mit Symbolcharakter zu befinden: ob die Motion zur Verkehrsberuhigung für erheblich erklärt wird oder nicht. Sie wurde es. Damit wird das künftige Fahrverbot für den Stadtrat verbindlich, niet- und nagelfest, egal auf welche Seite die politischen Mehrheiten kippen. «Das ist kein Misstrauensvotum gegenüber Christa Meier», stellte Motionärin Silvia Gygax-Matter (GLP) klar. Sie erinnerte aber an die lange Vorgeschichte. Die Bevölkerung habe sich schon mehrfach für eine autofreie Stadthausstrasse ausgesprochen, und passiert sei nachher – nichts.

«Tempo 30 ist nicht Tempo 20 und damit keine Fussgängerzone. Der Bus hat Vortritt.»Baustadträtin Christa Meier (SP)

Im Kern drehte sich die Diskussion zu den Plänen des Stadtrats erneut vor allem um eine Frage: Auf welchem Weg erreicht man das Ziel am schnellsten und besten? Und was wären mögliche Kollateralschäden einer autofreien Stadthausstrasse? Die Skeptiker um SVP und EDU befürchten Verspätungen für die Stadtbusse, die auf einer verstellten und frequentierten Strasse verkehren müssten, was letztlich auch die Sicherheit der Passanten gefährde. Und sowieso, ist sich Daniel Oswald (SVP) sicher, laufe die «Salamitaktik» vor allem auf eines hinaus: «Auf eine Strasse ohne Busse, eine reine Fussgängerzone bis zur St.-Georgen-Strasse, sodass man dort auf Gegenverkehr umstellen muss. Und das kostet.» Die SVP wolle am bisherigen Verkehrsregime festhalten.

Dass Stadtbus aus- oder ganz weichen muss, dem widersprach Meier entschieden: «Die Stadthausstrasse ist ein ÖV-Korridor und bleibt es auch.» Man plane zusammen mit Stadtbus und sei im ständigen Austausch. Und sie stellte richtig: «Tempo 30 ist nicht Tempo 20 und damit keine Fussgängerzone. Der Bus hat Vortritt.»

FDP auf verlorenem Posten

Auch Romana Heuberger (FDP) warb in ihrem Postulat vergeblich für einen anderen Ansatz. Sie forderte den Stadtrat auf, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die Pünktlichkeit der Busse in Richtung Hauptbahnhof verbessert werden könnte. Mit Halte- oder Fahrverboten? Einbahnverkehr für den Güterumschlag? Oder Kiss-&-Go-Parkplätzen auf Höhe Casinotheater? Doch die Baustadträtin und eine Mehrheit von SP bis EVP waren sich einig: Der Vorstoss komme zu spät und sei damit überflüssig. Postulat abgelehnt.

Erstellt: 27.08.2019, 07:21 Uhr

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