Konzerttipps

12 Rockmusiker und 1 Solistin

Viele gute Bands prägen das Programm der diesjährigen Musikfestwochen. Im Folgenden eine Auswahl von besonders interessanten Konzerten der nächsten Tage. Bei allen gilt: Eintritt frei, Kollekte.

Tash Sultana wurde dank einem Youtube-Song berühmt.

Tash Sultana wurde dank einem Youtube-Song berühmt. Bild: zvg

Dunkel und süss: Blaenavon

Blaenavon - Orthodox Man (Official Video)

Die Songs der jungen englischen Band Blaenavon leben vor allem von der verführerischen Stimme von Ben Gregory, deren Neigung zu dunkler Süsse manchmal an David Gahan von Depeche Mode erinnert, zum Beispiel in «Orthodox Man». Zudem haben die Kompositionen einen runden Schwung, sodass die üblichen drei bis vier Minuten Songzeit wie aus einem Guss erscheinen, wobei die Basis ihres poppigen Rocks die süffige Repetition ist.

Die üblichen drei bis vier Minuten Songzeit erscheinen wie aus einem Guss. Source

Bereits 2013 prophezeite das für derartige Prognosen zuständige englische Musik-Magazin NME dem Trio eine grosse Zukunft. Das Debüt-Album «That’s Your Lot» wurde von Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Björk, Adele) produziert und erschien Anfang 2017 beim Traditions-Label Atlantic Records; in den britischen Charts reichte es allerdings nur für Platz 54. Doch das braucht ja kein schlechtes Zeichen zu sein ...

Heute, 19.45 Uhr, Steinberggasse.



Die Solistin: Tash Sultana

Tash Sultana - JUNGLE (Live Bedroom Recording)

Diese junge Frau macht alles allein, und das beeindruckt Millionen. Die 22-jährige australische Musikerin Tash Sultana begann mit drei Jahren Gitarre zu spielen, später kamen Instrumente wie Trompete und Panflöte hinzu, die Rhythmen spielt sie unter anderem mit Beatboxing ein. Auf der Bühne steht sie mit ihrer Gitarre vor einem auf dem Boden platzierten Apparate-Park aus zahlreichen Pedalen, mit denen sie die Loops schneidet, welche die Band ersetzen.

«Jungle» erreichte in fünf Tagen über eine Million Klicks.

2016 stellte Sultana ihren Song «Jungle» auf Youtube, der innert fünf Tagen über eine Million mal geklickt wurde. Seither spielt sie vor ausverkauften Häusern. Wie sehr ihre Performance auch musikalisch beeindruckt, lässt sich am besten live entscheiden. Stilistisch ist ihre Musik am ehesten als funkiger Bluesrock mit Reggae-Elementen einzuordnen.

Sonntag, 17.15 Uhr, Steinberggasse.



Wüstenrock von Tamikrest

Tamikrest Kabal (Albumteaser)

Nach Bombino am Eröffnungsabend auf dem Kirchplatz ist dies der zweite Auftritt einer nordafrikanischen «Wüstenrockband» am diesjährigen Festival. Die meist gemächlich dahin gleitenden Tracks von Tamikrest haben einen langen Atem und einen archaischen Anstrich – es ist, als würde man tatsächlich mit den Tuaregs einen Ausflug in die weite Wüstenlandschaft Malis unternehmen. Gründer und Bandleader Ousmane Ag Mossa singt und spielt Gitarre mit stoischer, nach innen gerichteter Konzentration, begleitet von seinen derzeit vier Mitmusikern.

Es ist, als würde man tatsächlich mit den Tuaregs einen Ausflug in die weite Wüstenlandschaft Malis unternehmen.

Seit dem ersten Album von 2010 ist die 2006 gegründete Band beim deutschen Label Glitterhouse unter Vertrag und in der Folge oft in Deutschland unterwegs; das im März 2017 erschienene, fünfte Album «Kidal» ist ein Konzeptalbum über die Heimatstadt von Ousmane Ag Mossa.

Montag, 20.15 Uhr, Steinberggasse.



Abgründig: Preoccupations

Preoccupations - "Anxiety" (Official Video).

Noch unter dem Namen Viet Cong hatte das kanadische Postrock-Quartett Preoccupations unter anderem ein Stück namens «Death» im Programm, das live zu einer bis zu zwanzigminütigen Session ausgebaut werden konnte, für die «hart» das einzig angemessene Attribut ist: Ohne den Willen, sich einer endlosen Wiederholungsorgie hinzugeben, ist dieses Stück kaum auszuhalten.

Der Name «Viet Cong» erwies sich als schlecht für das Image.

Dabei entwickeln die Musiker allerdings eine Intensität, die ihresgleichen sucht, zudem sind in der Monotonie faszinierend-flirrende Vibrationen enthalten. Der Name Viet Cong – so hiess eine vietnamesische Guerrilla-Organisation, die im Vietnamkrieg eine Blutspur hinterliess – erwies sich jedoch als so schlecht für das Image der Band, dass man 2015 den Namen wechselte.

Die Stücke auf dem vor einem Jahr erschienen Album «Preoccupations» sind nun zugänglicher, narkotische Postrock-Riffs betten den von harten Schlägen vorwärts getriebenen Sound ein und weiten den Raum, und die erdige Stimme von Matt Flegel passt zu diesem neuen Kleid sogar noch besser: Ein abgründiges und immer wieder überraschendes Album.

Dienstag, 22 Uhr, Albani

(Der Landbote)

Erstellt: 11.08.2017, 18:01 Uhr

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