Musikfestwochen

Das Beste kommt noch

An den zwölf Tagen des Festivals spielen nicht weniger als siebzig Bands. Nachfolgend einige Tipps für das erste Wochenende.

Auf das Publikum der Musikfestwochen warten an diesem Wochenende einige Highlights.

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Akrobatik mit e1nz

Hinter e1nz steckt das international erfolgreiche Winterthurer Akrobatik-Duo Esther und Jonas Slanzi. Im Juli waren sie drei Wochen in Avignon zu Gast, nun zeigen sie auf dem Neumarkt ihre neue Show «Le Bistro» (siehe Trailer oben), eine Mischung aus atemberaubender Körpertechnik und Slapstick. Ein schlecht gelaunter Kellner trifft darin auf eine extravertierte Dame, die nach Betriebsende noch etwas bestellen will.

Sa, 15 und 19, Uhr; So, 14 und 17.30 Uhr, Neumarkt.



Amy Winehouse als Vorbild

Veronica Fusaro mit ihrem neuen Song «Better if I go»

Der jungen Sängerin Veronica Fusaro gehöre die Zukunft. Dieser Meinung waren schon die Organistoren des Migros-Nachwuchsfestivals M4Music in Zürich und der Reihe «Best Talent» von Radio SRF 3. Und jetzt auch der Programmchef der Musikfestwochen. Zu Fusaros Vorbildern zählt Amy Winehouse, und das ist ihrem Song «Better If I Go», den sie im Dezember 2017 veröffentlichte, auch deutlich anzuhören. Die Live-Qualität ihres Soulpops ist heute auf der Kirchplatz-Bühne zu entdecken.

Sa, 20.45 Uhr, Kirchplatz.



Nostalgische Synthesizer

Klaus Johann Grobe mit «Spagat der Liebe»

Trockene Beats, lustige Örgeli, biederes Retro-Design und eine Stimme, die an den deutschen Schlager der 1970er-Jahre erinnert: Der Sound des aus Basel und Zürich stammenden Duos Klaus Johann Grobe ist ein Spiel mit der Nostalgie. Daniel Bachmann und Sevi Landolt betreiben es mit der nötigen Leichtigkeit. Dazu kann man auf jeden Fall tanzen.

Sa, 22.45 Uhr, Steinberggasse.



Jungle und Drum’n’Bass

Ein Mix des in den frühen 90ern populär gewordenen «Jungle Drum 'n' Bass»

Die elektronischen Musik-Stile Jungle und Drum’n’Bass kamen in den 1990er-Jahren auf. Bis heute sind ihnen die DJs Cronic, Fine Style, Ryck, Lockee, Nicky F und MC Badboy treu geblieben. In der Electronic Music Review im Kraftfeld präsentieren sie ihre Lieblinge.

Sa, 23 Uhr, Kraftfeld.



Newcomer mit Potenzial

Adam Naas mit «Cherry Lipstick»

Die hohe, stets heisere Stimme von Adam Naas aus Frankreich erinnert zunächst an James Blunt, die intensive, soulige Singweise dann immer stärker an Amy Winehouse. So etwa im Musikvideo «Please, Come Back to Me» von 2017.

Dazu passen die süsslichen, dunklen Klänge, mit denen seine Songs abgemischt sind – auch auf der Uptempo-Nummer «Cherry Lipstick» und in der vor einem Monat veröffentlichten Ballade «The Love», wo Naas das Schwelgen im hohen Register auf die Spitze treibt.

So, 17.15 Uhr, Steinberggasse.



Moderner türkischer Folkpop

Orientalisch angehauchter Funk-Pop aus den Niederlanden gibts am Sonntag-Abend auf der Steibi.

Mit dem mitreissenden Folkpop von Altin Gün kann man am Sonntag bequem in Istanbul Ferien machen – Abflug ist um 19 Uhr auf der Steinberggasse. Das Sextett um die Sängerin Merve Dasdemir und den Keyboarder und Sänger Erdinc Yildiz Ecevit spielt orientalisch angehauchte, funkige Musik, die traditionell und poppig zugleich klingt. Die Band stammt allerdings aus den Niederlanden, der Perkussionist Gino Groeneveld kann nicht einmal Türkisch. Gegründet wurde sie vom Bassisten Jasper Verhulst.

So, 19 Uhr, Steinberggasse.



Klanglandschaften

Mammal Hands mit ihrem neuen Song «Boreal Forrest»

Simpel, aber wirkungsvoll ist das Rezept der englischen Band Mammal Hands. Auf dem im letzten Jahr erschienenen Album «Shadow Work» kombinieren die drei Musiker aus eingängigen Klavierakkorden, Drums und einem lyrisch swingenden Saxophon Klanglandschaften, die ihre Kraft aus Wiederholung und Variation weniger Elemente beziehen und im Ohr haften bleiben.

So, 20.30 Uhr, Kirchplatz.



So klingt die Freiheit

Um einen Zacken rockiger als der Folkpop von Altin Gün klingt der Sound von Tootard. Deutlich zu vernehmen ist darin der Wüstenrock der Tuaregs, der als Vorbild diente. In ihren Songs reflektieren die Musiker ihre Situation als «Staatenlose» ohne Reisepapiere, die deshalb ein Dokument namens «Laissez passer», also einen Passierschein, benötigen. Und so heisst auch das jüngste, beim deutschen Label Glitterbeats Records erschienene Album.

Tootard reflektiert ihre Situation mit ihrem neuen Album «Laissez passer».

Die vier Musiker wurden in Majdal Shams im Norden der mehrheitlich von syrischen Drusen bewohnten Golan-Höhen geboren. Diese sind zwar seit 1967 von Israel besetzt, ihre Bewohner jedoch keine israelischen Staatsangehörigen. Aus dieser demütigenden Behandlung machen die Musiker eine Auszeichnung. Sie hätten verstanden, dass Grenzen lediglich Dinge seien, die von Regierungen auferlegt würden, schreiben Tootard zu ihrem Album. Und der Freiheitsdrang ist der Musik des Quartetts denn auch deutlich anzuhören.

So, 12.8., 22.15 Uhr, Albani.

(dwo)

Erstellt: 10.08.2018, 17:29 Uhr

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