Winterthur

Museum regt zur beruflichen Weiterbildung an

Mitte September widmet sich das Museum Schaffen mit einer Ausstellung und reichem Programm dem Thema «Werdegänge». Daraus sollen sich nicht zuletzt neue Perspektiven für die eigene berufliche Entwicklung ergeben.

Dreissig Winterthurerinnen und Winterthurer hat der Künstler Mats Staub zu ihrem Lebenslauf befragt.

Dreissig Winterthurerinnen und Winterthurer hat der Künstler Mats Staub zu ihrem Lebenslauf befragt. Bild: zvg

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Das Museum Schaffen – so nennt sich das neu ausgerichtete Stadtmuseum des Historischen Vereins und der Stadt Winterthur – hat es sich zum Ziel gesetzt, die vielen Seiten des Themas Arbeit bewusst zu machen. In der Halle 1013 und im Foyer 1014 auf dem Areal des Werk 1 hat es bis im Sommer 2019 eine vorübergehende Bleibe gefunden («Landbote» vom 28.7.). Vom 15.-17. September wird nun ein Festival ausgerichtet, das sich mit beruflichen Werdegängen beschäftigt.

Wer beim Stichwort Festival an gastronomisch ergänzte kulturelle Angebote denkt, wird hier umdenken müssen. Eine Bar ist zwar vorhanden, aber ansonsten geht es überall um das Sammeln von Eindrücken und Informationen und um die Möglichkeit zur Auseinandersetzung: Die Mitwirkung, mindestens aber das Mitdenken des Publikums ist gefragt. «Wir bieten sehr, sehr viel Inhalte», sagt Andrea Keller, stellvertretende Leiterin von Museum Schaffen.

«Was war Ihr Traumberuf?»

Im Zentrum steht eine dreissigteilige Audioinstallation des Künstlers Mats Staub. In Zusammenarbeit mit dem Berufsinformationszentrum (biz) Winterthur macht der Anlass zahlreiche praktisch ausgerichtete Angebote. Die Idee hinter dem Anlass sei es, den Besucherinnen und Besuchern neue Perspektiven auf die eigene berufliche Entwicklung anzuregen, sagt Keller. Die Angebote des biz sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, aufkommenden Fragen und Ideen sogleich nachzugehen.

Mats Staub hat dreissig Winterthurerinnen und Winterthurern Fragen zum persönlichen Lebenslauf gestellt: «Was war als Kind Ihr Traumberuf? Wie kam es zu Ihrer heutigen Berufswahl? Würden Sie alles nochmals gleich machen?» Die Audio-Installation beschreibe «den Wandel unserer Arbeitswelt aus subjektiver Perspektive», heisst es in einer Medienmitteilung: «So prallen in den Erzählungen grosse Umwälzungen wie Globalisierung, Digitalisierung und der Wandel der Geschlechterrollen auf die vermeintlich kleinen Ereignisse, die unsere Biografien prägen.»

Die Personen seien «aufgrund statistischer Daten» ausgesucht worden, heisst es weiter. Der 1972 geborene Künstler und frühere Journalist Mats Staub wurde mit Langzeitprojekten bekannt. So führte er in bislang vierzehn Städten mit mehr als dreihundert Menschen Gespräche darüber, was sie von ihren Grosseltern wissen; die Arbeit wurde unter anderem am Theater Basel und an den Wiener Festwochen gezeigt.

Eröffnet wird das Festival durch einen Vortrag des St. Galler Philosophen Dieter Thomä zum Thema «Glück und Arbeit». Danach folgt ein vielseitiges Programm, darunter eine Führung durch eine Backstube am frühen Samstagmorgen sowie Kurzberatungen, Vorträge und Gespräche.

Das Kino Cameo zeigt Filme zum Thema, etwa den Klassiker «Modern Times» von Charlie Chaplin. Die Moderatorin Christina Caprez führt Live-Gespräche mit lokalen Persönlichkeiten, darunter etwa die Theaterautorin Daniela Janjic und der Unternehmer Andreas Schoellhorn.

Im Programm enthalten ist zwar auch eine Führung durch die Grossbaustelle beim Werk 1. Davon abgesehen bleibt jedoch der gerade unter dem Stichwort «Arbeit» besonders geschichtsträchtige Schauplatz auf dem Sulzerareal einem grösseren Ausstellungsprojekt vorbehalten, das 2018 realisiert werden soll.

Laut Keller stand der inhaltliche Schwerpunkt des Festivals bereits, als sich der Veranstaltungsort auf dem ehemaligen Industrieareal ergab. Sie glaubt indessen an den «Charme» dieser Räume, die «nicht zu pützlet» seien: «Man bekommt das Gefühl, an einem Ort des Übergangs zu sein.»

Immer noch auf der Suche

Der aktive Einbezug des Publikums unter dem Motto «museum schaffen – under construction» ist bei den ersten Veranstaltungen des Museums ein fester Programmpunkt. Die Pilotphase dauert bis 2019 und wird von Engagement Migros unterstützt, einem mit etwa zehn Millionen Franken dotierten Förderfonds, der seit 2012 das Migros-Kulturprozent ergänzt.

Wie es nach dem Sommer 2019 weitergehe, sei noch offen, sagt Keller. Langfristig sei man weiterhin auf der Suche nach einem festen Ort für das Museum.


Festival Werdegänge des Museum Schaffen: 15.-17.9., Werk 1, Halle 1013 und Foyer 1014.
www.museumschaffen.ch

(Der Landbote)

Erstellt: 19.08.2017, 09:50 Uhr

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