Bühne

Paargeschichten

Der Erlös des Theaters Kanton Zürich erreicht in dieser Saison einen Spitzenwert. Nächstes Jahr wird erstmals ein Stück von Woody Allen gespielt.

Michael von Burg (vorne) und Stefan Lahr spielen in «Kleider machen Leute» nach Gottfried Keller. Foto: T + T Fotografie

Michael von Burg (vorne) und Stefan Lahr spielen in «Kleider machen Leute» nach Gottfried Keller. Foto: T + T Fotografie

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Die laufende Spielzeit sei sehr erfolgreich, teilt das Theater Kanton Zürich mit. Rund 750000 Franken werde der Erlös aus dem Verkauf der Vorstellungen an die Gemeinden am Ende der Saison betragen, ein Rekordwert seit dem Amtsantritt des Intendanten Rüdiger Burbach in der Saison 2010/11.

Normalerweise liege der Wert zwischen 600000 und 700000 Franken, sagt Dramaturg Uwe Heinrichs. Entsprechend erreicht auch die Anzahl der Vorstellungen mit knapp 190 einen Spitzenwert.

«Wir haben einen guten Mix an Stücken und sind ein bisschen populärer geworden»

Worauf geht der Erfolg zurück? «Wir haben einen guten Mix an Stücken und sind ein bisschen populärer geworden», sagt Heinrichs. Es sei dem Team um Burbach gelungen, Vertrauen zu den Gemeinden aufzubauen.

Vor allem die Freilichtaufführungen seien beliebt und würden inzwischen von vielen unbesehen gebucht. In der laufenden Saison wird hier die Novelle «Kleider machen Leute» von Gottfried Keller, in einer Dramatisierung von Dagrun Hintze, gespielt. Alle Termine, die das Theater den Gemeinden anbieten kann, seien ausgebucht.

In der nächsten Saison stehen sechs Neuinszenierungen auf dem Programm. Dabei legt Intendant Burbach das Schwergewicht auf Paargeschichten. Zu sehen sind Stücke von Patrick Marber, Josiane Balasko und – zum ersten Mal – Woody Allen. Mit zwei weiteren Stücken von Mike Kenny und Molière nimmt das Theater Bezug auf die Aktualität.

Die Geschichte einer angekündigten Trennung

Die Filme von Woody Allen leben von den Dialogen, sie stehen darin dem Theater nahe. Die Farce «Central West Park» hat der amerikanische Filmemacher eigens für die Bühne geschrieben. Es ist die Geschichte einer angekündigten Trennung, die dann doch ganz anders verläuft als geplant.

Beginn und Ende der Liebe zeigt auch das Stück «Hautnah» von Patrick Marber; die Verfilmung mit Julia Roberts, Jude Law und anderen erschien 2004. Eine Liebeskomödie auf und hinter der Bühne ist «Nichts als lauter Liebe» von Josiane Balasko.

Mike Kennys 2010 erstmals auf Deutsch gezeigtes, immer noch aktuelles Stück «Der Junge mit dem Koffer» handelt von einem Jungen, der aus seiner Heimat fliehen muss. Und «Der Geizige» von Molière malt das zeitlose Porträt eines Menschen, der sein ganzes Handeln vom ökonomischen Denken bestimmen lässt. Bei diesem Bühnenklassiker, der als Freilichtaufführung gezeigt wird, führt Barbara-David Brüesch Regie.

Auch der Klassiker «Der Besuch der alten Dame» von Dürrenmatt kann als Parabel auf die Übermacht des Ökonomischen gelesen werden: Darin verkauft sich eine verarmte Kleinstadt namens Güllen an eine Multimilliardärin, die die städtischen Finanzen zu sanieren verspricht – wenn dafür einer ihrer Bürger ermordet wird; die Hauptrolle wird von Katharina von Bock gespielt.

Der Schauspieler Pit Arne Pietz, der von 2012 bis 2015 Ensemblemitglied war und danach Gastauftritte absolviert, kehrt in der neuen Spielzeit fest ins Ensemble zurück. (Der Landbote)

Erstellt: 12.04.2019, 15:19 Uhr

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