Bühne

Viel Applaus für Klaus

Mit «Kleiner Klaus Grosser Klaus» gelingt dem Theater Katerland eine fulminante Premiere. Die jungen Zuschauer stampften vor Freude.

Im Märchen essen die Bauern immer nur Kartoffeln.

Im Märchen essen die Bauern immer nur Kartoffeln. Bild: PD

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Auf der Bühne im Theater am Gleis sind ein Tisch, ein Schrank, Stühle und Werkzeuge zu sehen. Die wenigen Gegenstände sind sorgfältig gezimmert, der Schrank hat viele Fächer, die sich für die Handlung als nützlich erweisen. «Wir haben nur nachhaltige Gegenstände für die Bühne verwendet. Die Kinder spüren das», sagt Graham Smart dazu, Geschäftsleiter des Theaters Katerland und Schauspieler in der Rolle des grossen Klaus. Das Katerland feiert mit der Produktion, die am Samstag Premiere hatte, seinen 30. Geburtstag.

Das Märchen von den beiden Männern mit dem Namen Klaus spielt in einer Vergangenheit, als die Bauern noch tagelang gehen mussten, um in die nächste Stadt zu gelangen. Diese Welt ist weit weg, vielleicht irgendwo auf dem Balkan, einige Sätze werden auf Serbisch gesprochen. Auf der Bühne entsteht so eine geheimnisvoll fremde Atmosphäre. Seraphim von Werra von der Winterthurer Band Sebass begleitet das Stück auf dem Akkordeon und spielt auch selbst.

Doch die Welt in der verwunschenen Zeit ist nicht gut. Die Menschen sind habgierig, die Grossmütter böse. Wenn man so eine keifende Alte verkauft, bekommt man gerade mal fünf Rubel dafür. Um das plastisch zu machen, fragen die Schauspieler die Kinder, ob ihre Grossmütter auch böse seien, und für wie viel sie sie verkaufen würden. Dahinter steht die Behauptung, dass die Menschen heute besser seien – eine Denkaufgabe für die Kinder. Der grosse und der kleine Klaus sind arm und essen morgens, mittags und abends nur Kartoffeln. Mit ihren Pferden beackern sie das Land.

Lustvolle Angst

Es geht ungerecht zu zwischen den beiden Männern. Der Grosse besitzt drei Pferde, der Kleine nur eines. Und nun schlägt der Grosse das Pferd des Kleinen tot. Der kleine Klaus geht in die Stadt, um wenigstens das Fell des Pferdes zu verkaufen, und kommt mit einem Säckchen voll Geld zurück, worauf der grosse Klaus seine Pferde totschlägt ...

«Kinder haben eine grosse Distanz zum Tod. Für sie ist der Tod weit weg», sagt Smart. Die gefährlichen Szenen machten den jungen Zuschauern auf lustvolle Weise Angst. In der Tat hat kein Kind je geweint, weil in «Hänsel und Gretel» die Hexe im Ofen verbrennt.

Das Stück gewinnt jedenfalls die Herzen der Kinder. Das ausdrucksstarke und charaktertreue Schauspiel der vier Darsteller trägt dazu bei. Das Märchen stammt ursprünglich von Hans Christian Andersen, die Dialekt-Bühnenfassung schrieb Taki Papaconstantinou, der auch Regie führte.

Mittwoch, 15 Uhr, Theater am Gleis. Weitere Vorstellungen bis 29.9., dann in Zürich.

Erstellt: 24.09.2019, 17:14 Uhr

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