Weiertal

Der kurze Flug der «Sleeping Sculpture»

Im Kulturort Weiertal schwebte die Figur «Sleeping Sculpture» von Christopher C. Hunziker vom Himmel.

Mit einem Helikopter wurde die 800 Kilogramm schwere «Sleeping Sculpture» des Künztlers Christopher T. Hunziker am Dienstag im Weiertal mitten in einem Obstgarten abgesetzt.

Mit einem Helikopter wurde die 800 Kilogramm schwere «Sleeping Sculpture» des Künztlers Christopher T. Hunziker am Dienstag im Weiertal mitten in einem Obstgarten abgesetzt. Bild: Adrian Mebold

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Spektakel schon im Vorfeld der Eröffnung der Skulpturen Biennale 2019 im Kulturort Weiertal, wo die Künstler und ihre Assistenten aktuell am Aufbau ihrer Werke sind und dabei realisieren, dass Kunst im Freien von den Gegebenheiten der Natur ziemlich herausgefordert wird. Eine Herausforderung besonderer Art stellte die Platzierung von Christopher T. Hunzikers «Sleeping Sculpture» dar. Der Name des bekannten Zürcher Künstlers steht eigentlich synonym für Herausforderung. Seine «Red Lines» in der ersten Skulpturen Biennale waren ein Meisterwerk. Und zweifellos wird «Sleeping Sculpture» zum Publikumsliebling avancieren. Den träumenden, 800 Kilo schweren Koloss aus Hightech-Beton wollte Hunziker mitten im Obstgarten platzieren, obwohl die Distanz zur nächsten Strasse rund sechzig Meter beträgt. Der neue Klappkran von Toggenburger hätte sogar diese Weite überbrücken können, doch diese Lösung scheiterte an den hohen Kosten von rund 7000 Franken.

Helitransport

Als billigere, aber wenig umweltfreundliche Alternative bot sich der Helikoptertransport an. Aber wie heisst doch der Titel der sechsten Ausgabe der Skulpturen Biennale Weiertal? – «Paradise, Lost»! Und wenn schon das Paradies verloren ist und der Himmel zur Hölle wird, wie das der englische Dichter John Milton (1608-1674) prophezeite, dann kommt es jetzt auch nicht mehr auf diesen Heliflug aus der Innerschweiz an. Kosten: Rund 2000 Franken. Für den Helipiloten Beat Kaiser war es ein Routineauftrag.

Der subtile Betonkoloss ist Teil der Skulpturen Biennale 2019 im Kulturort Weiertal, die am 26. Mai beginnt. Bild;: Adrian Mebold

In weniger als einer Minute lupfte er die handgefertigte Skulptur vom Reitviereck, wohin sie per Laster transportiert worden war, in den blauen Frühlingshimmel, verschob sie um fünfzig Meter nach Westen, seilte sie zwischen den blühenden Obstbäumen ab und setzte sie präzise auf die beiden Fundamente. Hunziker hätte sich eigentlich entspannen können. Aber schon überraschte er mit einer neuen Idee: «Eigentlich müsste man zwanzig Klone dieser Skulptur aufreihen», meinte er bescheiden.

Die 6. Skulpturen Biennale, die vom 26. Mai bis zum 8. September dauert, wird vom profilierten Zürcher Kurator Christoph Doswald organisiert. Er hatte über zwanzig Kunstschaffende ausgewählt. «Diesmal wollte ich nicht nur das Anwesen der Familie von Meiss bespielen, sondern auch das Umfeld miteinbeziehen», umreisst Doswald sein Konzept. «Leider wurden nicht alle unserer Ideen von den Behörden bewilligt», bedauert er. Auch zeigt sich, dass einige Künstler Mühe bekunden in der Umsetzung ihrer Ideen und im direkten Umgang mit den landwirtschaftlichen Bedingungen. Immerhin: Die «Sleeping Sculpture» wird weiterträumen, und auch nicht geweckt werden, wenn sie von den Besuchern bestaunt und betatscht wird.

Erstellt: 23.04.2019, 18:50 Uhr

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