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Die Mahler-Sinfonie für Kammerorchester

Für das Podium des Musikkollegiums brauchte Mahlers 6. Sinfonie eine Schlankheitsoperation.Sie hat sie gut überlebt, Leidenschaft und Geist waren frisch wie eh.

Grosser Erfolg mit kleiner Besetzung: Klaus Simon verteilt den Applaus auf alle, rechts von ihm der Dirigent Pierre-Alain Monot.
Grosser Erfolg mit kleiner Besetzung: Klaus Simon verteilt den Applaus auf alle, rechts von ihm der Dirigent Pierre-Alain Monot.
Herbert Büttiker

Die Orchesterbesetzung von Gustav Mahlers 6. Sinfonie verlangt, um nur von den Bläsern zu sprechen, alles vierfach, von den Flöten bis zu den Posaunen. Piccolo und Basstuba kommen hinzu, bei den Trompeten sind es sogar sechs, bei den Hörnern acht Spieler, die auf dem Podium vor einem grossen Schlagzeugarsenal und hinter einem Grossaufgebot von Streichern Platz finden müssen. Vier Harfen wünschte sich Mahler ebenfalls und auch die Celesta wollte er gern mehrfach besetzt haben. Seine Zeit suchte die Entgrenzung auch in fragwürdiger Hinsicht, aber die Erkenntnis, dass Mahler den Anspruch, der mit seinem Aufgebot verbunden war, auch mit kompositorischer Substanz, Innerlichkeit und Botschaft einlöste, hat sich durchgesetzt. Für die grossen Sinfonieorchester gehören seine Werke heute zum Standard, wobei Grösse auch nicht gerade die Vierfachbesetzung der Harfen bedeuten muss.

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