Ein mutiger Entscheid

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Die Winterthurer Kulturinstitutionen sollen insgesamt etwas mehr Geld erhalten. Ein mutiger und sinnvoller Entscheid, denn das Geld ist gut investiert. Es verhilft den Häusern in erster Linie zu mehr Professionalität. Berücksichtigt werden vor allem Musik und Museen, wie es das neue Kulturleitbild vorsieht. Damit werden in der Kulturpolitik endlich Schwerpunkte gesetzt, trotzdem bleibt die Vielfalt erhalten.

Die Erhöhung um rund 300 000 Franken ist massvoll. Denn man muss die Relationen im Auge behalten: Alle befristeten Subventionsempfänger, denn nur um diese geht es, erhalten zusammen 2,85 Millionen. Das entspricht weniger als einem Zehntel der gesamten städtischen Kulturausgaben, die schon merklich gestutzt wurden.

Der Stadtrat hat sich sehr lange Zeit gelassen, doch das Resultat überzeugt. Mit der Verdopplung des Beitrags für die Kurzfilmtage bekennt er sich ausserdem zu einem in der Schweiz einzigartigen Festival mit internationaler Ausstrahlung. Umgekehrt streicht er den Beitrag für den Verein Jazz in Winterthur, dessen Konzerte von immer weniger Publikum besucht werden. Und dem erfolgreichen Sommertheater traut er zu, die Kürzung um einen Fünftel mit Sponsorengeldern zu überbrücken.

Das zeigt, dass der Beschluss wohlüberlegt gefällt wurde. Der Stadtrat fördert nicht blind, um der reinen Vielfalt willen. Wer in den Genuss städtischer Gelder kommen will, muss inhaltliche wie betriebswirtschaftliche Kriterien erfüllen. Der Gemeinderat wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die eine oder andere Korrektur anbringen wollen. Das Gesamtpaket wird er damit kaum verbessern können.

Erstellt: 02.02.2016, 10:58 Uhr

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