Winterthur

Gestern in Wülflingen zur Schule, heute Teil einer Ausstellung darüber

Dass man sich als Besucher einer Ausstellung selber darin findet, ist rar – an der Wülflinger Dorfet konnte das passieren.

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Das hat wohl schon jeder einmal erlebt: Man trifft jemanden im Ausland und stellt fest, dass beide aus Winterthur kommen. Die zweite Frage lautet dann stets: «Woher?» Gemeint ist natürlich der Stadtkreis. Und wer zum Beispiel «Wülflingen» antwortet, der oder die ging dort vermutlich auch zur Schule – und schon hat man noch mehr Fragen: Welche Lehrer, welche Klassen und welche Mitschülerinnen?

Stoff für schulische Geschichten, Gespräche und Erinnerungen hat der Verein Dorfmuseum Wülflingen gesammelt und zur Ausstellung «z’Wülflinge i d’Schuel» verarbeitet. An der zweitägigen Wülflinger Dorfet war sie im reformierten Kirchgemeindehaus zu sehen. Eine alte Wandtafel, ein Abakus (Rechenrahmen), eine Schulbank aus den 1920er-Jahren, ein Thek mit Kuhfell oder eine alte Landkarte des Kantons Zürich: Schulobjekte aus früheren Zeiten führten hoch zur aufwendig gestalteten Ausstellung im ersten Stock des Kirchgemeindehauses. Entlang von Stellwänden mit Fotografien und Texten konnten die Besucherinnen und Besucher einen Rundgang machen durch die Wülflinger Kindergärten und Schulen, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Einige erkannten sich selber, Geschwister oder Kollegen auf den alten Fotos wieder und schmunzelten – ob der damaligen Kleider oder Frisuren.

«Du bisch au is Usserdorf?»

Auch einige Gegenstände waren ausgestellt, so etwa ein Kuhhorn mit dem Text dazu: «Lärminstrument am Silvester». Die Ausstellung erzählte zum Beispiel die bauliche Geschichte der einzelnen Wülflinger Schulhäuser. Doch schon kurz nach ihrer Eröffnung interessierte etwas ganz besonders: Die Klassenfotos. Diese waren an Tischen in Ordnern abgelegt, beginnend im Jahr 1895. «Du bisch au is Usserdorf? Zu wem bisch?», fragte eine Frau ihre Kollegin und blätterte in einem der Ordner. Dann fand sie, wonach sie gesucht hatte, und machte mit ihrem Handy ein digitales Foto vom analogen Foto.

Kinderarbeit statt Schule

Bis ins 19. Jahrhundert mussten Kinder für die Landwirtschaft oder in Fabriken hart arbeiten, Schulunterricht erhielten sie erst nach und nach. So zum Beispiel erst einmal nur während des Winters, weil die Kinder im Sommerhalbjahr den Landwirten helfen mussten. Oder sie mussten in der Spinnerei Hard früh morgens oder erst spät am Abend zur Schule – und tagsüber in der Fabrik schuften.

Erstellt: 25.08.2019, 15:00 Uhr

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