Winterthur

Kurze Blicke auf die Welt

Vom Fokus arabische Welt über den Wettbewerb bis zu Dada, Warhol und Co.: Die 19. Ausgabe der Kurzfilmtage ­Winterthur öffnet den Blick auch für abgelegene Gebiete.

Der Startschuss ist erfolgt: Anfang November werden in Winterthur wieder Kurzfilme gezeigt. Diesmal können die Zuschauer der arabischen Welt begegnen.

Der Startschuss ist erfolgt: Anfang November werden in Winterthur wieder Kurzfilme gezeigt. Diesmal können die Zuschauer der arabischen Welt begegnen. Bild: pd/KurzfilmtageWIN

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«Sex ist durchaus das Thema», sagte John Canciani, der künst­lerische Leiter der Kurzfilmtage, gestern in Zürich über das Programm der 19. Ausgabe des Festivals. Aber er sagte auch: So sexy ein Thema auch scheint – zur Lust am Geschichte(n)-Erzählen gehört immer die Reflexion. So laden die Kurzfilmtage dieses Jahr unter anderem ein zur Begegnung mit der arabischen Welt. Im Fokus steht das Kurzfilmschaffen aus Ägypten, Palästina, Syrien, dem Libanon und Irak. Die Auswahl soll den Blick auf diese Landschaft, deren Bild in den Medien von Konflikten und Kriegen geprägt ist, erweitern – und da hat es Platz für vieles andere mehr: animierte historische Filme, Erzählungen aus dem Alltag, Science-Fiction. Auch die Frauen messen das Gebiet neu aus – wie Marwa Arsanios in ihrem Kurzfilm ­«Have You Ever Killed a Bear? Or Becoming Jamila».

Filmisches Neuland betreten die Kurzfilmtage weiter mit dem Länderfokus Bhutan/Nepal, wo sich erst in letzter Zeit eine Filmszene eta­blier­te. Mit dem Erdbeben in Nepal habe die Wahl für die Sektion eine neue Dringlichkeit erhalten, sagen die Kurzfilmtage. In den Schlagzeilen sind heute längst andere Themen. Die Filme aber erzählen immer von den Menschen und ihrem Alltag.

Im Wunderland

Der Internationale Wettbewerb, das Herzstück des Festivals, bringt dann ganz viele Welten zusammen. 58 Filme von Brasilien, Montenegro, Georgien bis Vietnam, Indien, Kambodscha werden in dieser Sektion gezeigt. Es sind alles Blicke auf die heutige Welt, so unterschiedlich die Gen­res auch sind. Und von der Wichtigkeit dieses Wettbewerbs in der Filmwelt zeugt auch die Auswahl der Mitglieder in der Jury, dar­un­ter Luciano Barisone, der Leiter der Visions du Réel, oder Sally Berger, die Assistenzkuratorin am Moma in New York.

Die Schweiz gehört zu dieser Welt. «Es ist die stärkste Auswahl der letzten Jahre», sagt John Canciani. Mit Ursula Meier (Kacey Mottet Klein, naissance d’un acteur»), Peter Volkart («Subotika – Land of Wonders») – und Eileen Hofer («Nuestro Mar») sind die Shooting Stars im Wettbewerb vertreten. Die Schweizer Film­szene muss sich hier nicht klein machen. «On avait dit qu’on irait jusqu’en haut» heisst es auch im Kurzfilm von Tizian Büchi.

Neben den Fokusprogrammen und dem Internationalen und Schweizer Wettbewerb gibt es an den Kurzfilmtagen noch viel, viel mehr. Die Retrospektive steht im Zeichen von Christoph Girardet und Matthias Müller, die Meister des Recyclings von alten Filmen sind, sie setzen die Bilder zu neuen Geschichten zusammen.

Vorgeführt werden auch frühe Filme aus den Sechzigerjahren von Andi Warhol, die in Europa noch nie zu sehen waren. Dann zeigt sich die Dada-Bewegung im filmischen Spiegel der Gegenwart. Das ganze Programm der Kurzfilmtage ist eine Wunderkammer. Und der Sex? – der kommt mindestens in der Abteilung «Nirvana – Sexperimental Materialism» vor.

Kurzfilmtage Winterthur, 3. bis 8. Nov., www.kurzfilmtage.ch (Der Landbote)

Erstellt: 14.10.2015, 16:33 Uhr

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