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Nah am Wasser

Das Trio Adami unternimmt eine Expedition in unsere Gefühlswelt, mit romantischen Duetten.

Das Trio Adami mit (v.l.) Åsa Dornbusch, Rahel Sohn und Mélanie Adami.
Das Trio Adami mit (v.l.) Åsa Dornbusch, Rahel Sohn und Mélanie Adami.
pd

Im Innersten seiner Gefühlswelt bleibt der moderne Mensch mit sich allein. Die Romantiker haben dafür eine Sprache gefunden. Die Themen sind alt: Zwischen Liebe und Abschied, Treue und Verrat, Lust und Schmerz spielt sich alles ab – daran hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb haben uns die Romantiker immer noch etwas zu sagen. Auch und gerade musikalisch. Das Kunstlied – ein vertontes Gedicht – als Medium der inneren Welt ist eine Schöpfung der Romantik, rund 150 Jahre bevor der Song diese Rolle übernahm. Da trifft man auf Gondeln, Vöglein und Blümelein: Auf den ersten Blick wirkt manches lieblich und nett. In Wahrheit handelt es sich um Chiffren einer Symbolsprache, mit der Sehnsüchte und Abgründe erforscht werden. Das kommt oft leicht und scheinbar banal daher, und bei Heinrich Heine auch mit einer erfrischenden Ironie, die sicher ins Ziel trifft. Diesen Zugang zum seelischen Unterbau haben die Komponisten geschätzt, allein Eichendorffs «Mondnacht» wurde über vierzig Mal vertont. Unter das schöne Motto «Nah am Wasser» stellt das Trio Adami sein Programm mit Duetten und Liedern von Dvorák, Mendelssohn, Schumann, Grieg und Sibelius. Zum einen spielt das Wasser als vieldeutiges Sinnbild in mehr als einem Lied eine Rolle. Zum andern bezeichnet die Redewendung «Nah am Wasser gebaut» eine emotionale Empfindlichkeit, die Gefühle nicht der rationalen Kontrolle unterwirft. Da schwimmt der Jüngling in Antonín Dvoráks «Klängen aus Mähren» der Liebe davon, nur um endlich doch erwischt zu werden, da treibt es der Geliebten im Lied «Wie kann ich froh und lustig sein» von Felix Mendelssohn die Tränen ins Gesicht, weil der Geliebte fern ist.

Nicht nur für Klassikfans

«Wir wollten ein stimmiges, abwechslungsreiches Programm zusammen stellen, das sowohl Klassikfans wie auch Zuhörern ohne Vorkenntnisse gefallen würde», meint die Winterthurer Sopranistin Mélanie Adami. Sie singt die Duette zusammen mit der Mezzosopranistin Åsa Dornbusch; am Klavier begleitet Rahel Sohn.

Sonntag, 5. und 12. Juni, je 17 Uhr, Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53.

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