Winterthur

Stark, selbstbewusst und etwas verrückt

Annie Taylor spielen eingängigen Garage-Rock und widmen ihre Musik einer mutigen Abenteurerin.

Gitarrensolos und einlullender Gesang: Annie Taylor.

Gitarrensolos und einlullender Gesang: Annie Taylor. Bild: PD

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Düster-sphärig tönt sie, die Musik von Annie Taylor. Es klingt nach dem trostlosen Leben eines Strassenköters und der dunklen Anziehungskraft des Londoner Nachtlebens. Ein unermüdliches Schlagzeug treibt die Band voran, eine schrummelige Gitarre zieht mit und explodiert dann plötzlich in eingängige Solos. Eine rauchig-helle Stimme setzt ein, wenn die Gitarre innehält. Das Quartett aus Zürich spielt Garage-Rock, Girl-Grunge, Dark-Pop, am Samstag in der Salzhaus-Sommerbar.

«Den Ausdruck Girl-Grunge haben wir eine Zeit lang benutzt, da wir uns nicht direkt mit dem dreckigen Grunge aus Seattle identifizierten und halt doch eine Frauenstimme die Songs singt», sagt Sängerin und Gitarristin Gini. Der Bandname ist eine Hommage an Annie Taylor, die 1901 als erste Frau in einem Holzfass die Niagarafälle hinabsprang – im Alter von 63 Jahren, und nachdem sie das Experiment zuerst mit ihrer Katze getestet hatte.

«Ich liebe es, mit den Jungs zu spielen, denn ich weiss, dass sie hinter mir stehen. Eine solche Unterstützung zu haben, das bedeutet für mich auch Girl Power.»Gini von der Band Annie Taylor

Stark, selbstbewusst und vielleicht auch etwas verrückt, diese Charakteristika passten den Musikern: «Sie war in unseren Augen eine der mutigsten Frauen ihrer Zeit», sagt Gini. «Sie stellte sich gegen alle Regeln der Gesellschaft und machte etwas, dass niemand von ihr erwartete.»

Weshalb aber dieser Fokus auf Frauen, wenn doch Gini mit drei Männer die Band spielt? Die Sängerin erklärt: «Ich liebe es, mit den Jungs zu spielen, denn ich weiss, dass sie hinter mir stehen. Eine solche Unterstützung zu haben, das bedeutet für mich auch Girl Power.» Im April kam die erste EP «Not Yours!» heraus, drei Jahre nach der Gründung der Band in einem Zürcher Wohnzimmer und Clubkonzerten in der Schweiz, in Italien, in Frankreich.

Die fünf Songs auf dem Minialbum zeichnen sich aus durch klassische Gitarrensolos, mit einem bluesigen und psychedelischen Einschlag. Sie stehen im Wechselspiel mit Ginis schwerem, einlullenden Gesang. Die Songs thematisieren den Alltag, der ob der täglichen Verpflichtungen zu einem einzigen grauen, verschwendeten Tag verkommt, und den Wunsch, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Sie thematisieren tiefe Freundschaften und die Liebe.

Die Musik erinnert an jene von Tess Parks. An Sunflower Bean. Oder an LA Witch, mit welchen Annie Taylor schon im Zürcher Club Gonzo gespielt haben. Im Herbst soll das erste Voll-Album folgen. An Winterthur erinnert sich Gini gerne: «Die Show an den Musikfestwochen war natürlich eines unserer Highlights.»

Claudia Peter Samstag, 29.6., 21 Uhr, Salzhaus Sommerbar. Ferner Samtag, 13.7., Eidberger Openair.

Erstellt: 25.06.2019, 13:38 Uhr

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