Bühne

Tanzen, weil es verboten ist

Die London West End Musical Company spielt in der Parkarena «Footloose: Das Musical»: gute Songs, mit Show und Akrobatik garniert.

Wenn sie nicht gerade singen oder Kühe hüten, fliegen die Cowboys und Cowgirls durch die Luft.

Wenn sie nicht gerade singen oder Kühe hüten, fliegen die Cowboys und Cowgirls durch die Luft. Bild: PD

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Die Story eines Musicals muss nicht realistisch sein, sie muss auch nicht zum Nachdenken anregen, es reicht, wenn sie für die Abfolge der Songs einen plausiblen Faden liefert. Die Story kann eine spannungsvolle Ausgangs­lage bieten, etwa in Form eines Verbots. Es kann zum Beispiel verboten sein, die Früchte eines bestimmten Baumes zu essen – in der Tat wurde auch diese Geschichte bereits in einem Musical verbaut. Oder es ist verboten, zu tanzen, und niemand hält sich dar­an.Der Tanzfilm «Footloose» von 1984, mit Kevin Bacon und Lori Singer in den Hauptrollen, spielt in einer amerikanischen Kleinstadt – als Inspiration diente Elmore City im Staat Oklahoma, wo bis 1980 tatsächlich ein Tanzverbot galt. Erzählt wird die Story eines jungen Mannes, der sich in die Tochter des Pfarrers und puritanischen Stadtoberhaupts verknallt und in der Folge so etwas wie der Anführer einer Jugendgang wird, die sich gegen die lustfeindliche Haltung der Alten zur Wehr setzt. Hauptsächlich aber feiert der Film – die Lust am Tanzen.

Der Kinofilm war beim Publikum erfolgreicher als bei den ­Kritikern. Zumindest den Soundtrack kann man auch heute noch gut finden; der Titelsong von Kenny Loggings hat Zug, seine Stimme erinnert manchmal an Michael Jackson, der damals ­gerade seine beste Zeit hatte, bei den Kostümen und der Art, wie die Tanzszenen inszeniert sind, kann einem der Film «Saturday Night Fever» mit John Travolta von 1977 einfallen: «Footloose» ist also weder originell noch besonders raffiniert, dass es bis heute überlebt hat, dürfte vor allem der Musik zu verdanken sein.

Footloose - Das Tanzmusical. Trailer, Nice Time Production via Youtube

1998 startete am Broadway das auf dem Film basierende Tanzmusical, das dort laut Wikipedia über siebenhundert Aufführungen erlebte.

Seit einem Jahr ist nun die 23-köpfige London West End Musical Company mit einer Version unterwegs, in der englisch ge­sungen und deutsch gesprochen wird; unter anderem gastierte die Produktion im März 2018 im ­Gemeindesaal in Uzwil SG. Seit Neujahr wird in acht Schweizer Städten gespielt, so morgen in der Parkarena in Hegi und am Sonntag im Zürcher Volkshaus.

Blockhaus statt Disco

In den im Internet zugänglichen Videos präsentiert sich das Musical handfester als der Film von 1984, die Eleganz der Disco hat einem rustikalen Blockhaus-Charme Platz gemacht. Anstelle des souligen Synthie-Rock der 1980er-Jahre gibt es nun fadengeraden Rock ’n’ Roll, die Männer tragen Cowboyhüte und offene Hemden, die Frauen tanzen in kurzen Jeanshosen, die Ausstattung erinnert an Westernfilme. Auffällig sind die akrobatischen Sprünge: Diese Truppe könnte gut im Zirkus auftreten. – Die Aufführung dauert zwei Stunden, dazu kommen 20 Minuten Pause. Die Preise liegen zwischen 70 und 115 Franken. (dwo)

Erstellt: 08.01.2019, 16:27 Uhr

Vorstellungen

Footloose: Das Musical. Donnerstag, 20 Uhr, Kongresszen­trum Parkarena, Barbara-Reinhart-Strasse 24. Ferner Sonntag, 20 Uhr, Volkshaus, Zürich.

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