Jazz

Überflieger mit Hexenschus

Er wurde nicht Pilot, dann also Musiker. Am Montag spielt Daniel Gubelmann Soul-Jazz mit seinem Duo Lumbago.

«Wie ein altes Ehepaar»: Saxofonist Gubelmann und Gitarrist Grob.

«Wie ein altes Ehepaar»: Saxofonist Gubelmann und Gitarrist Grob. Bild: PD

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Auf einen Kaffee mit Daniel Gubelmann, Saxofonist. Der 41-Jährige ist gerne schnell unterwegs, das spürt man. Dabei spricht er eher leise und ahnt schon, was der Journalist als nächstes von ihm wissen möchte. Lumbago heisst sein Duo mit dem Gitarristen Andreas Grob. Das ist der medizinische Name für Hexenschuss – ein Witz, der den Musikern einfiel, weil sie vor einem Auftritt immer schwere Kisten zu schleppen haben. «Der Name hat uns schon einen Auftritt an einem Ärztekongress eingebracht», lacht Gubelmann.

Am Montag spielt das Duo nun im «Hinteren Hecht». Dort trinkt Gubelmann ab und zu Kaffee, dabei kam ihm der Gedanke, dass man hier auch auftreten könnte. Seit 15 Jahren gibt es das Duo, Grob und er seien eingespielt «wie ein altes Ehepaar», sagt Gubelmann, «Soulmates» seien sie, Seelenverwandte. Das hört man der Musik an, die einen feinen und warmen Groove hat und komplex und einladend zugleich klingt. Der Auftritt diene als «Trainingskonzert», danach folgten Aufnahmen für die neue CD mit verjazzten Versionen von Popsongs wie «Let It Be» von den Beatles und «Man In the Mirror» von Michael Jackson.

Filmvorstellungen in Luzern begleiten

Gubelmann wohnt mit seiner Familie in Winterthur, sein Atelier hat er in Zürich, auch aus logistischen Gründen, weil das näher an Luzern liegt. Dort spielt er regelmässig mit dem 21st Century Orchestra im KKL Filmmusik, als nächstes steht im Mai eine «James Bond Night» an. Das Duo Lumbago wird auch von Firmen oder für Hochzeiten engagiert, «Business-Gigs» nennt Gubelmann das, im Unterschied zu den «Kultur-Gigs».

Viele Musiker könnten von den Konzertgagen alleine nicht leben, er weiss das etwa von Stefanie Heinzmann, Steffe la Cheffe und Seven, dem Aargauer Soulsänger. Es wirkt imponierend, wenn man mehrere Pferde am Start hat, aber in diesem Beruf geht es auch gar nicht anders. Mit dabei ist Gubelmann auch im Musical «Schneewittchen» des Pianistend Christian Rösli, einem Projekt des Konservatoriums Winterthur.

Ferner hat er ein Jazzquartett und wird damit in der Saison 2021/22 im Stadthaus eigene Kompositionen spielen, wobei die Besetzung aus Saxofon, Kontrabass, Klavier und Schlagzeug um ein Streichquartett aus Mitgliedern des Musikkollegiums «aufgestockt» wird; hier ist auch eine CD in Koproduktion mit Radio SRF 2 geplant.

Musikalische statt militärische Höhenflüge

Mit 16 Jahren wusste Gubelmann, dass aus ihm entweder ein Pilot oder ein Musiker würde. Zuerst versuchte er es als Militärpilot und kam damit relativ weit. Mit 17 sei er schon alleine geflogen, also noch vor der Autoprüfung, erzählt er lachend. Dann war damit Schluss. Also ging er nach Bern und Zürich, um Jazz zu studieren. Heute ist er froh darum, denn der Pilotenberuf sei rigid geworden, alles sei vorgegeben. In der Musik kann er fliegen, wie und wohin er will. Kürzlich hat er auch noch klassische Musik studiert, in Buenos Aires, wo befreundete Musiker leben.

Duo Lumbago: Montag, 20.Januar, 20 Uhr, Zum hinteren Hecht, Tösstalstrasse 2.

Erstellt: 19.01.2020, 18:19 Uhr

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