Gewerbemuseum

Was vom Handy übrig bleibt

Die Ausstellung «Times of Waste» zeichnet den Lebensweg eines Mobiltelefons nach.

Die Ausstellung «Times of Waste – Was übrig bleibt» rückt das Leben eines Smartphones ins Zentrum.

Die Ausstellung «Times of Waste – Was übrig bleibt» rückt das Leben eines Smartphones ins Zentrum. Bild: PD

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Jeder hat eines. Und wer eines hat, kauft sich bald ein neues: Kaum ein Alltagsgegenstand ist so hochwertig wie das Mobiltelefon und gleichzeitig so schnell technologisch oder zumindest vom Design her überholt. Fünf bis sechs Jahre, schätzt Flavia Caviezel, wären die Apparate funktionstüchtig, nur rund 18 bis 24 Monate sind sie im Gebrauch des Käufers; sofern sie nicht weitergegeben oder zu Hause aufbewahrt werden, landen sie danach im Elektroschrott. Die Ethnologin und Filmwissenschaftlerin zeigt mit ihrem Forscherteam der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW) Basel im Gewerbemuseum Winterthur, was dann mit den Telefonen und ihren Bestandteilen geschieht.

Viele mögliche Geschichten

Die Ausstellung, die am Donnerstag mit einem Panelgespräch eröffnet wird, zeichnet den Lebensweg eines Mobiltelefons nach und setzt dabei auf das Mitwirken der Besucher. Auf einem Metalltisch werden die Materialien präsentiert, die nach dem Recyclingprozess übrig bleiben. Assoziativ dazu arrangierte Bild- und Tonarbeiten bieten die Gelegenheit, sich eine eigene Objektbiografie zusammenzustellen. Denn, wie Caviezel sagt: «Es gibt nicht nur eine Möglichkeit, wie die Geschichte eines Smartphones erzählt werden kann, sondern viele.»

Hat das interdisziplinäre Forschungsteam in seinem Nationalfondsprojekt etwas Neues herausgefunden, das wir noch nicht wussten? Unter anderem hat es sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie die globalen Zusammenhänge verständlich dargestellt werden können.

«Es gibt nicht nur eine Möglichkeit, wie die Geschichte eines Smartphones erzählt werden kann, sondern viele.»Flavia Caviezel

Diese sind komplex und betreffen die gesamte Biografie eines Gerätes, vom Rohstoffabbau über die Produktion, Reparatur und das Recycling bis zur Schlackendeponie. Neu seien für viele wohl die oft verschlungenen und teilweise unzugänglichen Wege und die involvierten Akteure, sagt Caviezel.

Abfall verschwindet nie

Auch die beste Wiederverwertung bringt den Abfall nicht zum Verschwinden, weiss Caviezel. «Er hinterlässt immer Spuren.» Der Wunsch, Abfall zu vermeiden, passe zu unserer Gewohnheit, ihn unsichtbar zu machen. So seien zum Beispiel Kehrichtdeponien in Gebieten angelegt, in denen wir uns normalerweise nicht aufhalten.

Wer ist eigentlich für den Abfall verantwortlich: der Produzent oder der Konsument? Bei einem Smartphone falle der grösste Abfallanteil nicht nach, sondern vor dem Gebrauch des Gerätes an, sagt Caviezel. Zum Beispiel beim Abbau des Rohstoffs Neodym in China; in und um die Minen und Siedlungsgebiete würden Radioaktivität und Säuren freigesetzt, die ökologisch und gesundheitlich sehr problematisch seien.

Erstellt: 18.09.2018, 15:25 Uhr

«Time of Waste»

Eröffnung und Panelgespräch «Metalle sterben nie. Elektroschrott als globale Herausforderung»: Donnerstag, 18.30 Uhr.

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