Winterthur

Wenn Frauen singen, stimmen Klangfarbe und Atmosphäre

Seit zehn Jahren treten «the Singñoritas» mit Pop- und Jazzsongs auf. Das wird dieses Wochenende gefeiert.

Gefühle wie Freude und Trauer auf das Publikum übertragen, das ist das Ziel der «Singñoritas». Aufnahme von 2014.

Gefühle wie Freude und Trauer auf das Publikum übertragen, das ist das Ziel der «Singñoritas». Aufnahme von 2014. Bild: Simon Moos

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Sie haben unvergängliche Songs von Abba, Ella Fitzgerald und den Supremes im Repertoire, auf das sie jederzeit zurückgreifen könnten. Für die beiden Geburtstagskonzerte haben sie jedoch neue Sachen eingeübt. «Sitting On the Docks of the Bay» von Otis Redding zum Beispiel – ein Titel, der sofort den Groove des Songs in Erinnerung ruft, der zu den grössten Hits des amerikanischen Soul-Sängers gehört.«Der Groove ist sehr wichtig», sagt Chorleiterin Judith Zürcher. Was ist damit gemeint? Ein Gefühl für Rhythmus und Klangfarbe und für die Stimmung, so stark, dass sich Freude und Trauer auf das Publikum übertragen. Verstärkt wird alles durch die Bewegungen der Sängerinnen auf der Bühne.

Zürcher unterrichtet Sologesang an der Musikschule Weinfelden, leitet zwei Chöre und schreibt Songs für die Band JU.

Süsse Jugend

Neu eingeübt wurde auch der Song «When We Were Young» von Adele. Ein Rückblick auf die eigene Jugend drängt sich für die Sängerinnen indessen noch nicht unbedingt auf, sie sind zwischen dreissig und fünfundvierzig Jahre alt.

The Singñoritas, das sind heute vierundzwanzig Frauen, doppelt so viele wie bei der Gründung vor zehn Jahren. Initiiert wurde das Projekt 2008 von der Präsidentin Marion Ritsch und von Rahel Blattner. Was ist das Ziel für die nächsten zehn Jahre? «Immer wieder lässige Projekte machen, an verschiedenen Orten», sagt Chorleiterin Zürcher. Bisher hat der Chor an Hochzeiten und Gottesdiensten gesungen, es gab Auftritte im Schloss Hegi und auf der Mörsburg, Weihnachtskonzerte und ein Programm mit Filmmusik. Auch bei der Eröffnung des Eulachparks feierten sie 2010 mit. Und dahin, in die Halle 710, kehren sie nun mit zwei Geburtstagskonzerten zurück.

Männer waren unkonstant

Zum Schluss die Frage, die einem als erstes einfällt: Wo sind die Männer? Der Chor sei tatsächlich mit einer gemischten Besetzung gestartet, sagt Zürcher. Aber es zum einen, das habe sich herausgestellt, sei es sehr schwierig, Männer fürs Chorsingen zu engagieren. Und vor allem hätten diese bei den Proben oft gefehlt. Darauf wurde beschlossen, das Projekt als Frauenchor weiterzuführen. Es wurde nicht als Verlust erlebt. «In einem reinen Frauenchor stimmen Klangfarbe und die Atmosphäre», sagt Zürcher. Ist sie entspannter, als wenn Männer mitsingen? «Sie ist einfach gut», lautet die ausweichende Antwort Auf das erste Konzert hin, etwa ein Jahr nach der Gründung, wurde dann der Name «the Singñoritas» angenommen.

Die Männer kommen ins Spiel, wenn es um Gitarren und Schlagzeug geht: Die beiden Konzerte werden von der fünfköpfigen Band «Beckerandschwümmer» begleitet, die eigene Mundartsongs beisteuern.

Der Chor nimmt jederzeit neue Mitglieder auf. Geprobt wird jeweils montags von 20 bis 22 Uhr im Jugendzentrum Gleis 1B an der Hegifeldstrasse 1b. Geübt werde in erster Linie in der Probe und erst vor den Konzerten auch zuhause, sagt Zürcher. Dann werden nämlich die Stücke anhand von Aufnahmen auswendig gelernt.
Heute, 20 Uhr und Sonntag, 17 Uhr, Halle 710, Eulachpark.

Erstellt: 08.06.2018, 12:26 Uhr

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