Kultur

Wer – zum Kuckuck! – ist Herr Coucou?

Wochenlang hiess es auf Plakaten «Er wird kommen». Am Samstag wurde das Geheimnis am Graben gelüftet: «Er» ist Herr Coucou. Und er bringt der Stadt eine neue Kulturagenda.

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Der Herr Coucou hat Verspätung: Obwohl das Rätsel um punkt 12 Uhr gelöst werden sollte, wird am herzigen Holzhäuschen auf dem Graben noch eifrig gewerkelt. Auch das Zifferblatt steht noch am Boden; die Turmuhr der Stadtkirche übernimmt dessen Job zuverlässig und schlägt zwölf ... Das neugierige Publikum wartet derweil geduldig: Die Ankündigungstafel war bereits auf 12.15 Uhr korrigiert worden. Darauf steht, etwas kryptisch, auch: «Danach Sprechstunde» – noch ein Geheimnis!

Dann winkt eine Hand durch den Vorhang und da ist er, der Herr Coucou (Tobias Bienz). Mit prägnantem Vogelschnabel und im roten Jackett verkündet er, er sei derjenige, der wisse, wo was läuft, denn man treffe ihn regelmässig – ob im Theater, beim Prova-Konzert, im Studiokino oder im Club beim Tanzen. Kurz: Herr Coucou ist ein Experte. Einer, der seine Stadt liebt und ihr kulturelles Angebot schätzt und nutzt.

Kulturinfos digital und analog

Doch das immer grösser werdende Angebot verwirrt ihn: «Keiner findet mehr, was er sucht!», klagt er, «Die Folge: Die Leute drehen durch, werden zu apathischen Zombies». In einem Retreat findet er heraus, was die von der Flut überforderten Menschen brauchen: «Information und Struktur, Begegnung und Austausch.» Ersteres finden Kulturinteressierte in Form einer umfassenden, gesamtstädtischen Kulturagenda im Coucou-Magazin sowie in verbesserter, elektronischer Form auf dessen Webseite.

Während Herr Coucou auf der mit Sesseln, Tischen und Blumenvasen möblierten Gasse «Sprechstunde» hält, finden auf der Bühne im Stundentakt Darbietungen von Winterthurer Kulturschaffen-den statt.

Kulturelle Häppchen aller Art

Den Anfang machen die drei Herren von Schnauz, die mit ihren witzigen Songs Klischees wie den Sonnenuntergang am Strand demontieren, mit schwarzem Humor eine Party im Altersheim beschreiben oder ihr eigenes Musikerdasein auf die Schippe nehmen. Später zeigt die Tap Dan’s Company, dass Stepp-Tanz zwar schnell und rhythmisch sein kann – aber nicht muss: Zu teilweiser sanfter Musik zaubern sechs jungen Frauen mit anmutigen Bewegungen und zurückhaltender Fussarbeit pure Poesie in den Graben.

Zu den leiseren Tönen gehört auch eine Drehbuchlesung von Mira Frehner und Joachim Aeschlimann. Dazwischen sowie zum Abschluss gibt es immer wieder Musik: Elektronische aus selbstgebastelten Computern von playmob.il, Weltmusikalisches von Tome Iliev und Herrn Coucou persönlich und schliesslich lässt es Mama Jefferson zum Abschluss nur zu zweit noch einmal richtig krachen: Das macht Lust auf mehr Winterthurer Kultur!

(Der Landbote)

Erstellt: 29.04.2018, 16:10 Uhr

Stadtmagazin mit Kulturkalender

Das Winterthurer Kulturmagazin «Coucou» wird von Freiwilligen erstellt und erscheint seit Dezember 2012 monatlich.

Es bietet stadtbezogene Hintergrundberichte, Porträts, Kolumnen sowie Musik-, Literatur-, Film- und Veranstaltungstipps. Mit Herrn Coucou will es auf seine Kulturagenda und deren digitale Neugestaltung hinweisen: «Vor allem für Smartphones ist der Kalender nun viel übersichtlicher», sagt Verlagsleiterin Melanie Staub. Seitdem die Stadt Winterthur ihren Veranstaltungskalender eingestellt hat, ist www.coucoumagazin.ch die umfassendste Informationsplattform für Kultur in Winterthur. amh

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