Winterthur

Wie es bei den Sternen oben klingt

Wie klingt da Weltall? Damit haben sich Komponisten des Konservatoriums Winterthur beschäftigt. Ihre Antworten stellen sie am Sonntag in einem Konzert mit dem Ensemble TaG vor.

Das Ensemble TaG wird mit Jungkomponisten ins All reisen (v.l.): Alex Jellici (Cello), Mateusz Szczepkowski (Violine), David Schnee (Viola), Martin Flüge (Perkussion), Donna Molinari (Klarinette) und Rafael Rütti (Klavier). Foto: Linda Pollari:

Das Ensemble TaG wird mit Jungkomponisten ins All reisen (v.l.): Alex Jellici (Cello), Mateusz Szczepkowski (Violine), David Schnee (Viola), Martin Flüge (Perkussion), Donna Molinari (Klarinette) und Rafael Rütti (Klavier). Foto: Linda Pollari:

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Sie sind dreizehn- bis dreiundzwanzigjährig und sie lernen am Konservatorium Winterthur, was es mit dem Komponieren auf sich hat. Sie alle sind Schüler von Roman Digion, der regelmässig mit seinen Klassen im Theater am Gleis vorbeischaut, wenn das auf Neue Musik spezialisierte Ensemble TaG aufspielt.

Und so hat alles seinen Lauf genommen, als der Ensemble-Bratschist David Schnee auf Digion mit der Idee zukam, seine Studenten könnten doch einmal etwas für das Ensemble schreiben und ihre Werke vertont auf der Bühne hören.

Roman Digion gefiel die Idee, seine Schüler zu mit der Aufgabe zu betrauen, dem Ensemble die Idee, jungen Talenten eine Bühne zu geben und gleichzeitig ein neues Publikum zu gewinnen. «Wir sind ein Labor, in dem experimentiert wird», sagt der Bratschist David Schnee.

Es gebe bei ihnen nicht nur schöne Klänge zu hören. Vom Publikum erfordert das eine gewisse Offenheit: Es braucht gemäss Schnee keinen rein intellektuellen Zugang, aber es braucht Neugier.

Sphärisch und verträumt

Am Sonntag ist es also so weit, dann spielen sie, die neun jungen Komponisten, was sie geschrieben haben, ein jeder führt sein Stück gemeinsam mit dem Ensemble auf, auf seinem Instrument, die eigene Stimme wurde je nach Niveau mitkomponiert.

«Klar sind Morzart und Beethoven gross, aber was kanonisiert ist, löst eben weniger Debatten aus.»David Schnee,  
Bratschist im Ensemble TaG

«Es klingt super», David Schnee ist begeisert. Er selbst ist musikalisch breit aufgestellt, spielt er doch in verschiedensten Formationen diverse Stile: Vom Pop über den Jazz bis eben hin zur Neuen Musik. «Alle haben sich Mühe gegeben und dürfen stolz sein auf die Ergebnisse.»

Unter dem Motto «Space» haben sie sich gefragt, wie das Weltall wohl klingen könnte. Die Antwort: Es klingt neunmal unterschiedlich. Sphärisch manchmal, manchmal verträumt. «Jeder hat sein eigenes Bild umgesetzt.» Tonaler, als David Schnee sich das von seiner Arbeit mit dem Ensemble TaG gewohnt ist, eben bildhafter und weniger abstrakt, aber zum Teil sehr improvisationslastig, was Schnee gefällt.

Auch er schreibt hier und da Musik, er liebt das Aktuelle, weil es lebendig ist. «Klar sind Morzart und Beethoven gross, aber was kanonisiert ist, löst eben weniger Debatten aus.» Und so entstand das Konzept, den Schülern etwas in die Hand zu geben, das sich verselbständigen konnte: «Atemberaubende Bilder und unvorstellbare Dimensionen lassen viele davon träumen, einmal als Astronaut von oben auf die Erde zu blicken», heisst es im Programmheft zum Konzert.

Space Ein Kooperationsprojekt des Ensembles TaG Neue Musik Winterthur mit der Kompositionsklasse des Konservatoriums Winterthur und ihrem Leiter Roman Digion zum Thema Weltraum/Space. Sonntag, 17 Uhr, Theater am Gleis,
Untere Vogelsangstrasse 3. Tickets: Fr. 30.-, Mitglieder/AHV/Theaterverein Fr. 20.-, erm. Fr. 10.-. www.ensembletag.ch

Erstellt: 18.01.2019, 16:30 Uhr

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