Winterthur

Wie Weihnachten klingt

Braucht es ein weiteres Weihnachtsalbum? Die Antwort ist im wunderbaren Werk der Winterthurer Sopranistin Mélanie Adami «Noël» zu hören. Ein Seelenwärmer.

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Warm wie eine Wolldecke legt sich Mélanie Adamis Stimme über einen weichen Teppich aus Cello- und Klavierklängen. Ihr neues Album «Noël» klingt nach allem, was Weihnachten sein kann: festlich und erhebend – vorfreudig, wehmütig vielleicht, vielleicht auch sehnsüchtig.

Glänzendes Zusammenspiel

Der Winterthurer Sopranistin ist gemeinsam mit einem hochkarätigen Gespann aus zwei Musikerinnen und einem Musiker ein Weihnachtsalbum gelungen, das zeitlos, weil ernsthaft ist. Keine Ironie, kein Firlefanz: einfach eine wunderbare Liedersammlung, persönlich und intim, sprachlich und stilistisch durchmischt.

Da sind neben Mélanie Adami die grossartige Cellistin Andrea Sutter, die unaufdringlich-souveräne Pianistin Claire Pasquier und für die nicht zuletzt seinetwegen so gelungene Adaption des «Little Drummer Boy» Remo Signer am Schlagzeug zu hören. Dass das Album keinen Vergleich mit den vielen Produktionen im In- und im Ausland scheuen muss, hat mit dieser Konstellation zu tun. Gerade Adamis Stimme und Sutters warmer Strich ergänzen sich zu Arrangements, die mehr als nette Unterhaltung sind. Sutter, ebenfalls Winterthurerin, ist Zuzügerin im Orchester der Oper Zürich, mehrfach preisgekrönt und auch solistisch erprobt.

Schalk und Sex-Appeal

Wer Mélanie Adamis Arbeit kennt, den mag erstaunen, wie viel Swing in ihrem Weihnachtsalbum liegt. Klar, da fehlt kein leise rieselnder Schnee, auch keine «Stille Nacht». Glockenrein: «O du fröhliche». Da sind auch französische Titel dabei: «Petit Papa Noël», «Minuit Chrétien». Aber da sind eben auch die jazzigen Titel. Adami legt Schalk und Sex-Appeal in ihr «Santa Baby», viel Melancholie in ihr «Have Yourself a Merry Little Christmas» oder in «Chestnuts Roasting on an Open Fire». Es liegt die Flamme im Kamin in ihrer Stimme, die Wärme, das Lodern, dann gleich wieder die Klarheit von Eis­würfeln im Kristallglas. Das ist es,was dieses Weihnachtsalbum zu einem besonderen macht: die Brüche, die persönliche Note.

Kekse und Omas Gesang

Ohnehin: Wem reicht ob all des Weihnachtstreibens eine einzige CD? Da sind die Nussknacker, ja, sie dürfen nicht fehlen. «Noël» ist unaufdringlich genug, um dies zu wissen. Man legt die Scheibe gerade deshalb gerne auf, immer wieder und wieder, um Kekse zu backen und um Geschenke einzuwickeln, um Kerzen anzuzünden und um den Braten einzupinseln: Um sich auf Weihnachten zu freuen. Weil Adamis Musik an der Freude festhält und an Erinnerungen: Kindertage, in denen Oma noch mitgesungen hat. Und Jugendjahre, in denen einem warm ums Herz wurde, wenn man bei aller Coolness «White Christmas» hörte. «Noël» ist ein Geschenk.
«Noël»Konzert «Freue dich – Christkind kommt bald», morgen, 20. Dezember, in der reformierten Kirche in Wülflingen. Das Albumist erhältlich in Bennos Kulturtreff, Steinberggasse 39, Winterthur, Restaurant Trübli, Boss­har­den­gässchen 32, Winterthur, Gartencenter Waffenschmidt in Russikon und online unter
www.melanieadami.com (Der Landbote)

Erstellt: 19.12.2018, 10:54 Uhr

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