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111 Orte und die Geschichten dahinter

Eben ist ein neuer Stadtführer über Winterthur erschienen in der Reihe «111 Orte, die man gesehen haben muss». Die Orte sind originell gewählt, und die Autorin Corinne Päper hat viele Details dazu recherchiert, die auch für Locals lesenswert sind.

4 von 111 Orten, die Corinne Päper beschreibt: «Die verirrte Kanonenkugel» im Schloss Hegi...
4 von 111 Orten, die Corinne Päper beschreibt: «Die verirrte Kanonenkugel» im Schloss Hegi...
Georg Holubec
...die Trafostation von Neuburg, die zur Vogelstation wurde...
...die Trafostation von Neuburg, die zur Vogelstation wurde...
Georg Holubec
...und der Nationalbahnzaun.
...und der Nationalbahnzaun.
Georg Holubec
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Winterthur hat eigentlich nicht auf noch einen Führer gewartet. Doch nun, da er hier ist, muss man sagen: Es ist gut, dass es ihn gibt. «111 Orte in...» ist eine Serie des Kölner Emons-Verlags, eine Erfolgsserie. 2008 erschien der erste Band der Reihe, 2015 der erste Band aus der Schweiz über Graubünden. «111 Orte in Winterthur, die man gesehen haben muss» ist der 230. Band der ganzen Reihe, der zwölfte mit Schweizer Thema. Offenbar hat der Verlag Vertrauen in die Stadt: Statt der üblichen 3000 Exemplare Startauflage, sind es hier 6000. Die müssten nicht alle innert eines halben Jahres weg, man denke eher, das sei ein Longseller, sagte eine Verlagsfrau aus Köln gestern in der Stadtbibliothek. Dort stellten die Autorin Corinne Päper und der Fotograf Georg Holubec ihr Werk vor.

Eine etwas andere Sichtweise

Das Prinzip des Buchs ist einfach und immer gleich: Jedem der 111 Orte ist links eine Textseite gewidmet und rechts ein Bild mit Angaben: Wo ist das? Wie kommt man hin? Was ist sonst noch wichtig im jeweiligen Zusammenhang? Und die 111 Orte sind alphabetisch geordnet von Affenschlucht und Akazia-Loge bis zum Wilden Mann (einst Wirtschaft und die erste Poststelle der Stadt) und zum Zimmertheater Ariane (das kleinste Theater Winterthurs).

111 Orte in Winterthur via Google My Maps

Man merkt schon bei dieser kleinen Auswahl: Die Autorin achtete nicht darauf, all das nochmals wiederzukäuen, das schon in anderen Stadtführern steht, sondern sie rückt alte Orte in ein neues Licht. Und sie erzählt kleine Geschichten dazu, die selbst manchem Eingeborenen neu sind. Wer kennt schon das Grotto Maienried, piccolo Ticino am Stadtrand? Das frühere FKK-Sonnenbad Wolfensberg? Das Bourbaki-Denkmal im Friedhof Rosenberg und das Bosshard-Denkmal bei der Kirche Seen?

Heinrich Bosshard (1811-1877) war ein Schulreformer, der seine Kinder in Schwamendingen schon damals zu Waldexkursionen und Theateraufführungen mitnahm, der das Sempacherlied komponierte, später als Entdecker Nordamerika durchwanderte und sich dort im Städtchen Helvetia in Illinois niederliess.

«Ich bin an vielen Orten vorbeigejoggt, habe mir vier Jahre lang Notizen gemacht und eine Liste geführt.»

Corinne Päper, Autorin

Corinne Päper hat auch recherchiert, weshalb der Erinnerungsstein in Seen steht. Bosshard war 1811 auf dem Hof Bolstern bei Kollbrunn (damals Gemeinde Seen) zur Welt gekommen, hundert Jahre später wurde ihm in Seen der Gedenkstein gewidmet.

Recherchiert beim Jogging

Wie aber ist sie auf diesen Stein gestossen wie auf so viele andere Orte, die einem kaum im Bewusstsein sind? «Am Gedenkstein oder auch auf dem Sässel bin ich immer wieder vorbeigejoggt. Ich habe mir vier Jahre lang Notizen gemacht und eine Liste geführt, lange bevor ich mit dem Verlag Kontakt aufnahm.»

Das sei dann erst vor einem Jahr gewesen, und plötzlich gings schnell: «Um alles zur Zeit fertig zu haben, musste ich jeweils drei Texte pro Woche fertig schreiben.» Neben der alltäglichen Arbeit, versteht sich. Corinne Päper ist Redaktorin bei einer Fachzeitschrift für Personalwesen. Die Baslerin kam nach einem Zwischenhalt im Aargau vor gut acht Jahren nach Winterthur. Sie kennt die Stadt dank Jogging und Neugier heute so gut, als hätte sie schon immer hier gewohnt.

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