Winterthur

1,3 Millionen mehr für die Schulsozialarbeit

18 statt nur 11 Stellen, 3,2 statt 1,9 Millionen Franken: Die Bildungskommission des Gemeinderates will die Schulsozialarbeit stark ausbauen.

Als nächstes muss der Gemeinderat über die Vorlage befinden.

Als nächstes muss der Gemeinderat über die Vorlage befinden. Bild: mad

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Mobbing ist an Schweizer Schulen ein grosses Thema. Auch das hat die Pisa-Studie gezeigt, die letzten Herbst herausgekommen ist. Und es hiess, die Schulsozialarbeit sei gefordert. Gibt es Probleme, können sich Schülerinnen und Schüler an die entsprechenden Stellen wenden. In der Stadt Winterthur ist der Betreuungsschlüssel heute so, dass auf eine 100-Prozent-Stelle 1162 Schülerinnen und Schüler fallen. Das sind zu viele Fälle, fand die Zentralschulpflege. Und das aus gutem Grund.

Winterthur hinkt hinter anderen Städten her

Auswertungen der Fachhochschule Nordwestschweiz ergaben, dass die Abdeckung in Winterthur ungenügend ist. In einem Städtevergleich hinkt Winterthur gemäss der Studie hinterher. Ausserdem empfiehlt das kantonale Amt für Jugend- und Berufsberatung, 600 bis 900 Schülerinnen und Schüler pro 100-Prozent-Schulsozialarbeiterstelle.

 «Die Mehrheit der Kommission hat den Bedarf erkannt und unterstützt das Anliegen»Markus Steiner, Präsident der Bildungskommission (SP)

Um in Winterthur genügend Anlaufstellen in den Schulen zu haben, schlug die Zentralschulpflege einen Stellenschlüssel von 690 Schülerinnen und Schüler pro Vollpensum vor. Das bedeutet konkret, dass von 11 auf 18 Stellen aufgestockt werden soll. Mehrkosten: 1,3 Millionen Franken pro Jahr. Die Bildungskommission des Grossen Gemeinderats stimmt diesem Ausbau klar zu, wie sie gestern mitteilt. «Die Mehrheit der Kommission hat den Bedarf erkannt und unterstützt das Anliegen», sagt Kommissionspräsident Markus Steiner (SP).

Zu reden gab offenbar eine Stellungnahme des Stadtrates, der einen tieferen Stellenschlüssel vorschlug. Aus finanzpolitischen Überlegungen befürwortete deshalb eine Minderheit der Kommission, den Kredit zu reduzieren. Kommissionsmitglied Gabriella Gisler (SVP) sagt: «Der Bedarf ist erkannt, nun stellt sich die Frage nach dem Mass des Ausbaus.» Die SVP hätte es befürwortet, weniger auszubauen. Insbesondere bei der Präventionsarbeit wäre es auch mit weniger gegangen, ist Gisler überzeugt.

GLP unterstützt den Antrag «voraussichtlich»

Auch André Zuraikat (CVP) sagt, seine Partei anerkenne, dass ein Ausbau nötig ist. In welcher Grössenordnung möchte er aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen und verweist auf das Kommissionsgeheimnis. Am nächsten Montag diskutiert das Parlament über das Geschäft. Erst dann wollen sich die Fraktionen festlegen. Urs Glättli (GLP) sagt, man werde den Ausbau «voraussichtlich» so unterstützen, wie er von der Zentralschulpflege beantragt ist.

Als Zentralschulpflegepräsident ist Jürg Altwegg (Grüne) zufrieden mit dem Beschluss der Bildungskommission. «Wir haben das Geschäft lange vorbereitet und konnten nachvollziehbar aufzeigen, dass es mehr Schulsozialarbeit braucht.» Die Zentralschulpflege hat den Ausbau im Herbst mit einer Weisung lanciert. Wie der Stadtrat als Gremium zum Antrag steht, kann Altwegg derzeit nicht sagen. Er verweist auf die Sitzung vom Mittwoch. Sollte die Stadtregierung auf ihrem Vorschlag mit einem tieferen Stellenschlüssel beharren, könnte Altweggs Auftritt im Parlament schwierig werden. Als Zentralschulpflegepräsident müsste er für den Ausbau einstehen, wie ihn die Kommission verlangt, als Stadtrat vielleicht für einen reduzierteren Ausbau. «Das wäre der Worst-Case», sagt er. Das letzte Wort hat aber das Volk, das frühestens im Mai darüber abstimmen wird.

Erstellt: 14.01.2020, 19:29 Uhr

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