Winterthur

1.-August-Feuerwerke stehen wegen Umwelt und Tierwohl in der Kritik

Selbst bürgerliche Gemeinderäte fänden es konsequent, «Feuerwerke in Winterthur zu verbieten».

Schön, aber laut und klimaschädlich. Sind Feuerwerke heute noch zeitgemäss?

Schön, aber laut und klimaschädlich. Sind Feuerwerke heute noch zeitgemäss? Bild: pd

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Die Migros-Filialen in Winterthur und Umgebung bieten seit Anfang Juli kein Feuerwerk mehr zum Verkauf an. Durch den Verkaufsstopp entlaste man nicht zuletzt «die Umwelt, Mensch und Tier», schreibt die Migros Ostschweiz als Begründung für diesen Schritt.

Auch einzelne Gemeinden und Städte verzichten in diesem Jahr wegen dem Umwelt- und Klimaschutz, aber auch wegen dem Tierwohl auf ein 1.-August-Feuerwerk. So hat zum Beispiel der Stadtrat in Olten nach Ausrufung des Klimanotstandes entschieden, «künftig auf städtische Feuerwerke an der Bundesfeier zu verzichten».

«Durch den Verkaufsstopp entlasten wir die Umwelt, Mensch und Tier»Die Migros verzichtet dieses Jahr freiwillig auf Feuerwerksverkäufe

Soweit will der Winterthurer Stadtrat jedoch nicht gehen. Trotz Ausrufung des Klimanotstandes empfiehlt er einzig einen «sorgsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern». Denn interessanterweise sei ein Feuerwerk mehr eine Frage des Feinstaubes als eine Klimafrage, schreibt Corinne Gasal, Sprecherin des Departementes Sicherheit und Umwelt.

So verursache beispielsweise eine Autofahrt von Winterthur nach Genf etwa gleich viel CO2 wie eine Tonne Feuerwerk. Gasal weist aber darauf hin, dass «Feinstaub-Spitzen» für Personen mit Herzkreislauf- oder mit chronischen Atemwegserkrankungen problematisch sind.

«Überflüssig bis schädlich»

Aus Sicht des Klimaschutzes handle sich bei den Feuerwerken um «kein prioritäres Problem», sagt Gemeinderat Urs Hofer, Präsident der FDP-Fraktion. «Da man nun aber den Klimanotstand ausgerufen und Netto Null als Ziel definiert hat, wäre es andererseits nur konsequent, Feuerwerke in Winterthur generell zu verbieten.»

Reto Diener, Gemeinderat und Co-Präsident Grüne Winterthur, erachtet Feuerwerk zwar als generell «überflüssig bis schädlich». Ein Feuerwerksverbot fordert er aber nicht.

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Erstellt: 17.07.2019, 17:46 Uhr

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