Bundesfeier

1.-August-Organisator kritisiert «Chlöpferei»

1.-August-Feuerwerke geraten auch in Winterthur zunehmend unter Beschuss. Selbst Peter Arbenz, Präsident der Bundesfeierkommission, macht aus seiner Feuerwerk-Abneigung keinen Hehl.

Das 1. Augustfeuerwerk steht in der Kritik.

Das 1. Augustfeuerwerk steht in der Kritik. Bild: mad/Archiv

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Eigentlich sind die Bedingungen für die in Winterthur geplanten offiziellen und privaten Feuerwerke am 1. August in diesem Jahr optimal. Zumindest jetzt noch. «Die Waldbrandgefahr ist aktuell gering», sagt Isabelle Rüegg, Sprecherin der kantonalen Baudirektion. Und obschon nächste Woche eine neue Hitzewelle auf die Schweiz zurollt, sind Meteorologen derzeit zuversichtlich, dass insbesondere im Kanton Zürich am Nationalfeiertag kein Feuerverbot ausgesprochen wird.

Ganz anders verhielt es sich noch vor einem Jahr. Der Winterthurer Stadtrat reagierte damals auf die «anhaltende Trockenheit und auf die akute Waldbrandgefahr» – und erliess Ende Juli 2018 ein allgemeines Feuerverbot. Die Stadt untersagte damals am Bundesfeiertag der Bevölkerung, offene Feuer zu entfachen, das Grillieren im Freien und das Abbrennen von Feuerwerk.

Feuerwerk infrage gestellt

Doch in diesem Jahr sind es andere Gründe, die in Winterthur gegen Raketen und Co. ins Feld geführt werden. Im Vordergrund stehen dabei die Umweltproblematik (Feinstaub) und das Tierwohl. Zwar wird es auch an der diesjährigen 1.-August-Feier auf dem Taggenberg wieder ein Feuerwerk geben. Ob es dieses aber im nächsten Jahr auch noch geben wird, «ist momentan noch offen», sagt Carlina Anderes, Vizepräsidentin des Ortsvereins Wülflingen.

«Sagen kann man, dass wir derzeit im Ortsverein darüber diskutieren, wie wir für den 1. August eine nachhaltige Lösung für Umwelt und Tiere finden können.» Eine gewisse Vorbildfunktion habe für sie die Bündner Gemeinde Arosa, die am 1. August «aus den genannten Gründen auf das offizielle Feuerwerk verzichtet», sagt Anderes.

«Wenn sich die Bundesfeier über den Mittag bewährt, dann wollen wir dies im kommenden Jahr ebenso machen»Peter Arbenz, Präsident Bundesfeierkommission Winterthur

Für Peter Arbenz, Präsident der Bundesfeierkommission Winterthur, steht nicht das Umweltargument im Vordergrund. Ihn nervt einfach nur die «Chlöpferei». Es sei grauenhaft, wie viel Geld man für solche Kracher ausgebe. Unter dem Feuerwerkslärm würden nicht nur die Menschen leiden, «sondern auch Tiere wie beispielsweise Hunde und Katzen», sagt der ehemalige Winterthurer FDP-Stadtrat. Er ist deshalb nicht ganz unglücklich, dass die offizielle Bundesfeier in der Innenstadt in diesem Jahr nicht abends, sondern tagsüber stattfindet. Es gebe deshalb auch kein Feuer und kein Feuerwerk, sagt Arbenz. Der Nationalfeiertag gehe zudem erstmals nicht mehr in der Mehrzweckanlage Teuchelweiher über die Bühne, sondern im und um das Stadthaus. «Wenn sich die Bundesfeier über den Mittag bewährt, dann wollen wir dies im kommenden Jahr ebenso machen», sagt Arbenz.

Der Ortsverein Hegi und Hegifeld bleibt hingegen seiner Tradition treu. Und zwar sowohl mit Blick auf die Durchführung der Bundesfeier am Abend als auch punkto Feuerwerk – und Böllerschüsse. Denn auch in diesem Jahr werden die Kadettenoffiziere die historischen Kanonen auf dem Schlosshügel wieder in Betrieb nehmen. «Es bleibt alles wie gehabt», sagt Mario Margelisch vom Ortsverein Hegi-Hegifeld. Die kurzzeitigen Feinstaubimmissionen hält er nicht für besonders problematisch.

Blocher und Höhenfeuer

Kein Feuerwerk gibt es dieses Jahr auch auf der Aussenwacht Iberg. Und zwar «vor allem wegen der Kosten», sagt Martin Burkhard vom Organisationskomitee «1. August Iberg». Denn für ein grösseres Feuerwerk zahle man schnell einmal einen vier- bis fünfstelligen Betrag. Allerdings habe man eine Zone für das private, mitgebrachte Feuerwerk eingerichtet, sagt Burkhard. Und nach der Festansprache von Alt-Bundesrat Christoph Blocher werde auf dem Festplatz auf dem Sässel zudem ein Höhenfeuer angezündet.

Dennoch kann Burkhard die aktuelle Diskussion in Sachen Feuerwerk nachvollziehen. Auch wenn er ein generelles Feuerwerksverbot als zu starke Bevormundung der Bürger erachtet, empfindet er die Suche nach möglichen Alternativen als richtig. Eine solche sah Burkhard am Züri-Fäscht. «Die Drohnenshow war wirklich eindrücklich.»

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Erstellt: 18.07.2019, 08:12 Uhr

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