Winterthur

Die Wohnungssuche ist etwas einfacher geworden

Die Leerwohnungsziffer ist so tief wie seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Das könnte eine Zeit lang so blieben.

In Winterthur stehen so viele Wohnungen leer, wie schon lange nicht mehr. Trotzdem wird fleissig weitergebaut.

In Winterthur stehen so viele Wohnungen leer, wie schon lange nicht mehr. Trotzdem wird fleissig weitergebaut.

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Es sind mehrere statistische Ausreisser zum lokalen Wohnungsmarkt, die ins Auge stechen: Mit 0,75 hat Winterthur die höchste Leerstandsquote seit fast 20 Jahren. Um die Jahrtausendwende war diese von 1,24 auf 0,5 gesackt und blieb danach mehr oder weniger auf diesem Niveau. 413 Wohnungen waren nun am Stichtag vom 1. Juni wieder frei, darunter vor allem 3- bis 3,5-Zimmer- und 4- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen, aber auch kleine Appartements. Grössere Wohnungen sind fast keine auf dem Markt.

Wie im Restkanton wurde in den letzen Jahren auch in Winterthur viel gebaut. Allein im letzten Jahr nahmen die Baubehörden fast tausend neue Wohnungen ab, ein Spitzenwert seit 2011. Seither kamen im Mittel jedes Jahr knapp 700 Wohnungen dazu, die Stadt wuchs konstant. Was nun auffällt: Die neusten Objekte sind keine Selbstläufer mehr. Fast jede dritte verfügbare Wohnung steht in Neubauten, die nicht älter als zweieinhalb Jahre alt sind. Ein Blick auf das grösste Immo-Portal zeigt, dass Suchende insbesondere noch im «grünen und urbanen Trendquartier Neuhegi» fündig werden, beim Eulachpark.

Beim Minergiebau Roy (Baujahr 2015) sind 30 Wohnungen frei, bei Sue&Til (2017) 12. Voll ausgelastet sind wiederum die Neubausiedlung Oberzelg in Sennhof oder Wohnhäuser auf dem Hagmann-Areal in Seen. Auch die Stadtwohnungen über dem Zentrum Neuwiesen waren schnell weg.

Vorzeichen für nächste Jahre

Weil in den nächsten Jahren weitergebaut wird, geht Stadtstatistiker Hermann Hegner davon aus, dass die Leerwohnungsziffer in den nächsten Jahren konstant bleibt und sogar noch etwas steigen könnte. Neu gebaut und verdichtet wird beispielsweise bald im Mattenbachquartier (Talgut), stadteingangs in Oberi beim Tegerlooweg und in der Breite beim Vogelsangquartier. In der Lokstadt auf dem Sulzerareal wächst und wächst das «Krokodil» (254 Wohnungen), in Veltheim zieht die Helvetia-Versicherung auf dem Areal der ehemaligen Volg-Weinkellereien bald 125 Wohnungen hoch, und am Hobelwerkweg auf Höhe Bahnhof Oberi entsteht bis Ende 2023 ein kleines Quartier. Als «recht dynamisch» schätzte Robert Weinert von Wüest Partner die Entwicklung in Winterthur beim letzten Markt-Monitoring deshalb ein. In Zahlen: 2018 wurde der Bau von 1050 Mietwohnungen bewilligt, und 1300 neue Baugesuche wurden eingereicht. Die Mieten blieben derweil stabil.

Hegner geht nicht davon aus, dass diese sinken werden. Denn hoch, das betont auch Hegner, ist der Leerwohnungsbestand mit 0,75 Prozent nach wie vor nicht. Zum Vergleich: In der Stadt Zürich lag dieser letztes Jahr bei 0,2 Prozent, in Frauenfeld bei 1,2, in Wallisellen bei 1,3, in Uster bei 1,9, in Schaffhausen bei 2,1 Prozent. In der Region stehen (relativ) die meisten Wohnungen in Flaach (3,6), Ossingen (3,4) und Volken (3,3) frei. Schweizweites Schlusslicht bildet Huttwil im Emmental. Fast jede siebte Wohnung war dort Mitte 2018 noch zu haben.

Erstellt: 16.07.2019, 08:52 Uhr

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