Winterthur

4-Minuten-Takt auf den Hauptlinien

Ein dichterer Fahrplan, bessere Netzgestaltung und grössere Busse: Wegen des erwarteten zusätzlichen Verkehrs in den kommenden Jahren will die Stadt Winterthur die Kapazität ihres Busnetzes deutlich ausbauen.

Die Stadt Winterthur plant grössere Busse anzuschaffen: So könnten die neuen Doppelgelenkbusse aussehen.

Die Stadt Winterthur plant grössere Busse anzuschaffen: So könnten die neuen Doppelgelenkbusse aussehen. Bild: Visualisierung: pd

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Stadtbus hat gestern seine mittel- und langfristige Angebotsstrategie 2020/30 präsentiert. Kernstück bilden Hochleistungskorridore mit doppelter Linienführung. Stadtrat Matthias Gfeller (Grüne) konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: «Das Parlement hat am Montag um Parkplätze gestritten, wir präsentieren nun die Lösung. Busse brauchen pro Person deutlich weniger Platz, sei es auf Parkplätzen oder der Strasse.»

Parkprobleme hat Stadtbus in der Tat keine, dafür kämpft man mit anderen Schwierigkeiten. Manche Linien sind zu Hauptverkehrszeiten überlastet. Und das Problem wird sich zuspitzen, da die Bevölkerung und der Anteil an Pendlern wächst. Die Stadt Winterthur rechnet bis ins Jahr 2030 mit einem ÖV-Mehrverkehr von 65 Prozent. Stadtbus hat deshalb eine Strategie zur schrittweisen Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in Winterthur in den nächsten rund 15 Jahren erarbeitet.

«Es ist wichtig, dass wir vorausschauen, um bei Bedarf früh zu erkennen, wo wir investieren müssen», erklärte Gfeller. Ziel der Strategie sei es, das städtische ÖV-Angebot attraktiver zu machen und zudem Planungssicherheit und stabile Rahmenbedingungen für den Fahrbetrieb zu schaffen. Gemäss Thomas Nideröst, Direktor von Stadtbus Winterthur, sieht die Strategie drei Kernelemente vor.

1. ÖV-Hochleistungskorridore

Die Strecken zwischen Wülflingen und Seen sowie Töss und Oberwinterthur bilden das Rückgrat des städtischen Busnetztes. Aus Richtung Oberwinterthur wird überdies ein neuer Korridor geschaffen, der das heranwachsende Zentrum Neuhegi-Grüze mit der Innenstadt verbindet. Diese vier Hauptkorridore sollen künftig Beispielsweise in Töss Richtung Dättnau oder von einer doppelten Linienführung profitieren. Das heisst, auf jedem Korridor verkehren zeitlich versetzt unterschiedliche Linien, die sich erst gegen Ende verzweigen.

2. Taktangebot

Die Busse sollen deutlich häufiger fahren. Die Hauptlinien erhalten einen 7,5 Minuten-Takt. Durch die doppelte Linienführung fährt in Hauptverkehrszeiten auf den wichtigsten Strecken rund alle vier Minuten ein Bus. Im Ansatz wird diese Lösung auf der Linie 2 schon praktiziert. Zu Stosszeiten verkehrt auf verkürzter Strecke die Entlastungslinie 2E.

3. Fahrzeuge

Auf lange Frist will Stadtbus auf den Hauptlinien mit grösseren Bussven verkehren, so genannten Doppelgelenkbussen. Dies sind Trolleybusse, die mehr Platz bieten. Gemäss Nideröst könnten solche Busse etwa auf der Linie 1 zum Einsatz kommen, da künftig mehr Leute Richtung Werk 1 oder auf der anderen Seite in die Quartiere Zinzikon oder Ruchwiesen pendeln werden.

Weiter sieht die Strategie vor, dass Busse im Verkehr konsequent priorisiert werden und dass es auf verspätungsanfälligen Zulaufstrecken eigene Busspuren gibt. Die Änderungen erfolgen schrittweise und nach Bedarf. Anpassungen sind sicher zu erwarten wenn 2018 die vierte Teilergänzung der S-Bahn mehr Linien nach Winterthur bringt. Bis 2020 soll als Folge der Umsteigepunkt Bahnhof Grüze mit einerBrücke für den Busverkehr aufgewertet werden. Der Stadtrat hat die Strategie Anfang März gutgeheissen und auch der ZVV hat ihr zugestimmt. ()

Erstellt: 14.04.2015, 14:49 Uhr

Hauptnetz mit Hochleistungskorridoren. (Bild: Quelle: Stadt Winterthur | Grafik: mk)

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