Verkehr

Breite Allianz findet: Die Sicherheitauf der «Spange» kann nicht warten

Die Strasse zur Kesselschmiede im Sulzer-Areal ist bekannt für gefährliche Verkehrssituationen, trotzdem sah das Sicherheitsdepartement bisher keinen akuten Handlungsbedarf. Das passt einer Koalition von Gemeinderäten nicht.

Zu gefährlichen Situationen zwischen Autofahrern, Passanten und Velofahrern kann es bei der «Spange» besonders häufig kommen, auf Höhe der Pionierstrasse (links), der Jägerstrasse (mitte) oder beim Café Portier.

Zu gefährlichen Situationen zwischen Autofahrern, Passanten und Velofahrern kann es bei der «Spange» besonders häufig kommen, auf Höhe der Pionierstrasse (links), der Jägerstrasse (mitte) oder beim Café Portier. Bild: Enzo Lopardo

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Wer gelegentlich auf der Strasse Zur Kesselschmiede unterwegs ist, kennt die neuralgischen Stellen: den Fussgängerstreifen bei der Mündung der Pionierstrasse, mit den einfahrenden Velos vom Bahnmeisterweg; die blinde Kurve bei der Abzweigung in die Jägerstrasse; und die diffuse Kreuzung bei der Wylandbrücke, mit drei Einfahrten, einem auslaufenden Trottoir und eingelassenen Bahnschienen, welche die Velofahrer kreuzen müssen.Erst Mitte April hat ein Lastwagen bei der Einbiegung vom Lagerplatz einen 11-jährigen Jungen auf einem Kickboard angefahren. Es ist ein Einzelfall und ein schwerwiegender dazu. Die Verkehrssicherheit auf der Verbindung Pionierstrasse-Zur-Kesselschmiede-Jägerstrasse, im Volksmund auch «Spange» genannt, ist aber schon viel länger ein Thema.

Die «Spange» im Sulzer-Areal

Im Juli 2017 hatte Gemeinderat Christoph Magnusson (FDP) mit vier Mitunterzeichnenden ein Postulat eingereicht, das vom Stadtrat Massnahmen verlangt, um die Strasse sicherer zu machen, und zwar mit Übergangsregeln während der Bauarbeiten auf dem Sulzerareal, die laut Implenia noch bis 2025 andauern sollen. 32 Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben den Vorstoss unterschrieben, darunter Vetreter aller Parteien, mit Ausnahme von SVP- und CVP-Fraktion. Der Gemeinderat hat das Postulat noch nicht behandelt. Eine Mehrheit ist aber auch mit der neuen Zusammensetzung des Rates ab Mitte Mai so gut wie gewiss.

Verantwortliche warten zu

Weil der Vorstoss noch nicht überwiesen wurde, bezieht das zuständige Departement von Barbara Günthard (FDP) derzeit keine Stellung zur Verkehrssicherheit auf der Spange. Wie Günthards Departement bisher mit der Problematik umging, zeigt aber ein Schriftwechsel mit einem Winterthurer, der dem «Landboten» vorliegt: Nicolas Egli, der die Route täglich mit dem Velo fährt und sich schon lange über die Sicherheitsmängel ärgert, hatte der Stadt unter anderem vorgeschlagen, die Parkplätze auf der «Kesselschmiede» zu entfernen, damit Radfahrer nicht im Gegenverkehr Autos kreuzen müssen, die mit Tempo 50 unterwegs sind. Günthard schrieb dazu: «Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Situation für Velofahrende nicht immer angenehm ist.» Würde man die Parkfelder aber aufheben, hätte das zur Folge, dass schneller gefahren würde. Egli lässt dieses Argument nicht gelten. «Man müsste statt der Parkplätze einfach Velostreifen einzeichnen.»

Er sei sich im Klaren, dass die Verkehrsplanung nicht kurzfristig angepasst werden könne, sagt Egli. «Man könnte aber einige Regeln ändern», sagt er und nennt als Beispiel Tempo 30. «Aber die Verkehrspolizei sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf.» Man habe ihm geantwortet, dass die Verkehrssituation im Rahmen der Gesamtplanung des Areals überprüft und während der kommenden Jahre überarbeitet werden solle. «Das bedeutet, dass frühestens in zwei bis drei Jahren etwas passiert», sagt er. Viel zu spät, findet Egli.

Besser heute als morgen

Die abwartende Haltung der Zuständigen stört auch die Postulanten. Christoph Magnusson ist überzeugt, dass mit einfachen Massnahmen auch während der Bauphase auf dem Sulzerareal schon erhebliche Verbesserungen möglich seien. «Für den Zeitpunkt danach muss ein klar besseres Verkehrskonzept überlegt werden.» Silvia Gygax, Gemeinderätin der GLP, sagt: «Es kann nicht sein, dass Autos mit Tempo 50 fahren, während der Langsamverkehr unvermittelt die Fahrbahn überqueren muss, um von einer verkehrsberuhigten Zone in die nächste zu gelangen.» Die Anpassung des Verkehrs-Regimes müsste eher heute als morgen an die Hand genommen werden.

SP-Gemeinderat Fredy Künzler sagt, der Stadtrat müsste von sich aus aktiv werden. «Die parlamentarischen Prozesse sind in diesem Fall viel zu lang.» Er fordert auf der gesamten «Spange» Tempo 30 und beim Café Portier eine Begegnungszone mit Tempo 20, dazu wie Egli die Einzeichnung von Radstreifen und die Aufhebung der blauen Parkplätze, «weil diese das gefährliche Slalomfahren von Velos und Autos verursachen». Diese Massnahmen könnten ohne viel Aufwand umgesetzt werden. «Es braucht dazu nur Signalisation und etwas Farbe auf der Strasse; das ist kostengünstig.» (Landbote)

Erstellt: 15.05.2018, 16:57 Uhr

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