Winterthur

Das ist geblieben von den grossen Plänen in Töss

Mit der Quartiervereinspräsidentin Rosmarie Peter im Morgenverkehr unterwegs an der Zürcherstrasse im Zentrum von Töss: Was wird anders, was besser, was bleibt unerfüllter Traum?

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

15 Jahre ist es her, als der Stadtrat das Aufwertungsprojekt Töss startete. Wenig später präsentierte er schöne Bilder von urbanen Boulevards, wo man kinderwagenschiebende Eltern unter Baumreihen flanieren sah.

Aus Kostengründen und weil Landenteignungen ein riskantes Vorhaben sind, wurden die Boulevards 2014 schubladisiert Seit letzter Woche liegt nun eine Light-Version auf dem Tisch: Ein Plan, der zeigt, wie und wo die Verkehrssituation entlang der Zürcherstrasse verbessert werden soll.

Wir waren auf Augenschein mit Rosmarie Peter, der Präsidentin des Quartiervereins Töss-Dorf, und baten sie um Einschätzungen zu einigen Detailfragen und zum grossen Ganzen.

  • Verbesserungen für Fussgänger

Positiv bewertet Rosmarie Peter die zusätzlichen Fussgängerstreifen über die Zürcherstrasse beim Zentrum und beim Bettengeschäft sowie die Inseln in der Strassenmitte. «Heute rennen viele, die aus dem Bus steigen, einfach über die Strasse, was ziemlich gefährlich sein kann.» Positiv sei auch die kleine Rampe, die geplant ist vom Platz vor der Migros zum Fussgängerstreifen: «Der Platz liegt etwas höher als die Strasse; heute ist es dort leicht abschüssig, was für Kinder auf ihren Velos und Trottis oder für Leute auf dem Rollstuhl gefährlich sein kann.»

  • Unterführung ohne Rampe

Die Rampen zur Personenunterführung beim Zentrum Töss kommen beidseits der Zürcherstrasse weg. Die Treppen und die Unterführung selber bleiben aber bestehen. «Ich bin froh, dass es die Unterführung weiter gibt, aber Eltern mit Kinderwagen müssen halt nun oben über die Strasse. Wenn die Rampen weg sind, gibts mehr Platz für Fussgänger und für Leute, die auf den Bus warten, das ist positiv.»

  • Ein paar Bäume, keine Allee

«Rein optisch bringen die paar Bäume vor dem Zentrum und auf der Strassenseite gegenüber sicher was», sagt Rosmarie Peter. Doch den Schatten, den sie spenden werden, erachtet sie als zweitrangig. Das könne vielleicht angenehm sein beim Warten auf den Bus, «aber hier sitzt niemand stundenlang.» Ist sie enttäuscht, dass es nur ein paar Bäume sind, und nicht eine Allee, wie sie einst präsentiert wurde? «Es wurde schon so viel versprochen, und Visualisierungen versprechen ohnehin meist zuviel. Immerhin sind es ein paar Bäume, wenn sie denn wirklich kommen.»

  • Zur Schlosstalstrasse

Beim Schulhaus Rebwiesen ist ein Lichtsignal geplant, damit Schulkinder und andere Fussgänger sicherer über die Schlosstalstrasse gelangen, «das ist sicher ein Vorteil gegenüber der heutigen Situation», findet Rosmarie Peter. Für Buspassagiere aus dem Schlosstal, die nach Töss wollen, wird es zudem einfacher vom Siebner auf den Einer umzusteigen; die Haltestellen Gaswerk stadtein- und stadtauswärts werden künftig direkt gegenüber liegen. «Das macht das Umsteigen viel einfacher», sagt Rosmarie Peter. «Ich kenne einen älteren Mann aus dem Nägelsee, der immer bis in die Stadt fährt, um dort am Hauptbahnhof vom Siebner auf den Einer zu wechseln.»

  • Weniger Linksabbieger

Linksabbiegen in kleine Seitenstrassen wie die Stationsstrasse wird künftig nicht mehr möglich sein. Auch aus den Nebenstrassen kann man künftig nur noch nach rechts in die Zürcherstrasse fahren. Ist das ein Nachteil? «Aus Autosicht kann ich das nicht beantworten, weil ich nicht Auto fahre», sagt Rosmarie Peter, «aber wir werden das noch genauer anschauen. Es dient sicher der Verflüssigung des Verkehrs. Und für Leute auf dem Velo gibts ja noch gewisse Abbieger. Aber da muss man schon heute aufpassen, dass man nicht umgefahren wird.»

Zweifel zum Zeitplan

Die Pläne für die Zürcherstrasse, die jetzt präsentiert wurden und öffentlich aufliegen, habe sie schon vor Jahren einmal gesehen, sagt Rosmarie Peter. Doch bis sie umgesetzt würden, könne es nochmals Jahre dauern. «Es hiess bisher immer, zuerst müsse die Technikumstrasse hergerichtet sein, nachher komme die Zürcherstrasse dran.»

Erstellt: 11.10.2019, 11:46 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!