Schützenwiese

Der Kosmonaut hat abgehoben

Nicht zu übersehen, war Juri, der Kosmonaut auf dem Dach des Salons Erika. Nach einem Sturm bangen die FCW-Fans nun um die Ikone.

Kosmonauten leben gefährlich: 2011 wurde Juri, vermutlich mutmasslich, vom Dach geschupst. Dabei verlor er einen Arm.

Kosmonauten leben gefährlich: 2011 wurde Juri, vermutlich mutmasslich, vom Dach geschupst. Dabei verlor er einen Arm. Bild: Moritz Hager

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17 lange Jahre versprach er den FC Winterthur-Fans, dass es bald hoch hinaus gehen werde. Der Kunststoff-Kosmonaut Juri war das Wahrzeichen der Schützenwiese. Er thronte auf dem Dach der Containerbar Salon Erika mitten in der Bierkurve. In der Nacht auf den 3. Januar, als der Sturm Burglinde auch in Winterthur tobte, hob Juri ab.

Anstatt ins All traf er aber allzu bald auf den harten Boden der Realität. Die Diagnose: Offener Beckenbruch sowie ein Schädelbasisbruch. «Wir dachten zuerst, er sei nicht mehr zu retten», sagt Filip Haller, einer der Betreiber des Salons Erika.

Grosser Lyrik-Fan

Juris Tod stellte sich zum Glück als Trugschluss heraus. Im Moment weilt er in der Rehaklinik, einer Werkstatt, die Snowboards und Skateboards herstellt. Denn, wie auch Snowboards, besteht Juri grösstenteils aus Glasfasern. Es werden wohl mehrere Operationen nötig sein.

«Abwarten und Schnaps trinken»

Der Kosmonaut wird daher erst im Frühling wieder auf seinem Salon-Dach stehen. Auf einer neuen Plattform, die besser verankert werde, natürlich. «Er braucht nun viel Ruhe und Erholung», sagt Haller.

Aber man gönne ihm «seine wohlverdiente Alterspause». Denn Juri hat schon viel erlebt. Benannt ist die 120 Zentimeter grosse Figur nach dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin, dem ersten Menschen im Weltall. Entdeckt hatte sie Haller 2001, verstaubt und vergessen in der Ecke eines Trödelladens in Elgg. Bei einem «konterrevolutionärem Angriff» stürzte Yuri bereits einmal vom Dach. Seither habe er eine Schiene am Arm.

Viel machen können die Kosmonauten- und Fussballfans für Juri im Moment also nicht. «Abwarten und Schnaps trinken», heisst Hallers Motto. Obwohl: «Vielleicht helfen dem Pionier kleine Gedichte, damit er schneller wieder gesund wird». Denn der Mann aus der ehemaligen Sowjetunion sei ein ausgesprochener Lyrik-Fanatiker, verrät Haller.

Erstellt: 20.02.2018, 17:51 Uhr

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