Gewerbe

Der «Sandwich-König» und der ­Istanbul-Döner müssen ausziehen

Seit zwangzig Jahren führt Hasan Kandil seinen Laden in Winterthur. Längst ist der «Sandwich-König vom Obertor» Kult geworden. Doch bald ist damit Schluss. Das Haus wird ab nächstem Jahr saniert. Auch sonst ist in der Altstadt einiges in Bewegung (siehe Karte unten).

Vor allem über Mittag immer voll: Der Istanbul Döner und Kandil’s Sandwich-Laden am Obertor.

Vor allem über Mittag immer voll: Der Istanbul Döner und Kandil’s Sandwich-Laden am Obertor. Bild: Nathalie Guinand

Im Jahr 1982 brannte es am Obertor, oberhalb des «Häxegässlis» zwischen den Häusern 29 und 27. Das Treppenhaus und der erste Stock des Hauses 29 brannten fast völlig aus. 15 Jahre später entschlossen sich Hasan Kandils Bruder im Untergeschoss einen Obst- und Gemüseladen aufzumachen. «Wir haben das Lokal selbstständig renoviert, alles war noch verbrannt», sagt Kandil. Drei Jahre später, mit 18 Jahren, stieg Kandil ins Geschäft ein. Der Gemüse- und Obstladen lief nicht wie gewünscht. Vor acht Jahren stellte er deshalb auf Sandwich um, das funktionierte bei Weitem besser. Heute trägt der 35-Jährige den Titel «Der Sandwich-König vom Obertor».

In einem Jahr muss er diesen aber wohl abgeben. Denn Kandil und der benachbarte Istanbul-Döner, beides beliebte Ess- und Treffpunkte, müssen ausziehen. Die Terresta Immobilien und Verwaltungs AG, die das Gebäude im Besitz von Bruno Stefanini verwaltet, will das Haus mit den Nummern 27 («Zur Rose») und 29 («Zum Gängli») ab Ende März 2018 renovieren. Grund dafür ist laut Markus Brunner, Geschäftsführer der Immobilienfirma, dass das Obertor 29 seit dem Brand vor 35 Jahren bis auf das Erdgeschoss leerstehe. Auch das Obertor 27 sei sanierungsbedürftig.

Mehr als eine Sandwich-Bude

Die Arbeiten dürften etwa ein Jahr dauern. Ob Kandil und der Istanbul Kebab danach wieder einziehen können, wissen sie nicht. Für Kandil ist aber klar: «Ich will weiter Sandwich machen und verkaufen». Es sei aber sehr schwierig, ein passendes und vor allem bezahlbares Lokal zu finden. Vielleicht verkaufe er aus einem Wagen heraus , oder baue in Zürich ein neues Lokal auf.

Bei der Terresta heisst es, sie stehe mit den beiden Mietern im Kontakt und sei bemüht, Lösungen zu finden. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die beiden Läden wieder einziehen können. «Wir wissen, dass sie bei der Winterthurer Bevölkerung bekannt und beliebt sind», sagt Brunner. Zwar nimmt es Kandil, wie man es von ihm gewöhnt ist, gelassen und sagt, «das ist halt das Leben». Aber dann findet er doch: «Es ist schon sehr schade. Das Lokal hat sich mittlerweile zu einem kleinen lokalen Treffpunkt entwickelt. Es ist mittlerweile weit mehr als einfach eine Sandwich-Bude». Anna Berger

Die Altstadt im Wandel

Klicken sie auf die roten Punkte und erfahren Sie, wer in die einzelnen Liegenschaften ein- und auszieht. Quelle: Google Maps (Landbote)

Erstellt: 19.04.2017, 14:38 Uhr

Er wird «Der Sandwich-König vom Obertor» genannt: Hassan Kandil, Ladenbesitzer. (Bild: Marc Dahinden)

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